Fotospaziergang mit Musik

Nachdem es gestern fast ununterbrochen geregnet hat, kam heute gleich morgens die Sonne raus. Ich ging dann bei strahlend blauem Himmel mit süßen kleinen Schäfchenwolken laufen und stellte fest, dass meine Laufrunde hier eigentlich wirklich schön ist. Deshalb bin ich sie nachmittags noch einmal gegangen, im Spaziertempo und in Begleitung meiner Kamera. Allerdings bin ich zuerst über die Gleise gelaufen, die nur wenige Meter von unserem Haus entfernt verlaufen, denn dahinter befindet sich neben unserem Supermarkt auch ein recht schönes Wohnviertel. Es war seeehr windig, so dass ich mir immer erst einen Teppich aus Haaren aus dem Gesicht streichen musste, bevor ich ein Foto machen konnte (ich sollte mir vielleicht doch mal angewöhnen, einen Zopf zu tragen), aber das hat mich nicht davon abgehalten, heute Nachmittag ganze 84 Bilder zu machen, von denen ich euch jetzt einige zeigen werde.

Diese Gleise muss man überqueren, um zum nächsten Supermarkt und in den Stadtteil Veeriku zu kommen.
Unser Supermarkt im „Veeriku Ostukeskus“ (Veeriku Einkaufszentrum)
Bisschen schief, dieses Häuschen in Veeriku.
Ob in diesen Häusern wohl noch jemand wohnt?
Irgendwie gefiel mir diese Lampe.
Auf dem Rückweg aus Veeriku musste ich warten, bis der 14:33-Uhr-Zug nach Tallinn vorbeigefahren war. Auf diesem Bild sieht es irgendwie aus, als würde er ziemlich schnell fahren, aber erstens hat er gerade erst den Tartuer Bahnhof verlassen, und zweitens fahren estnische Züge allgemein nicht so schnell. Blumen pflücken während der Fahrt kann man aber trotzdem nicht (anders als mein Vater es aus Albanien erzählte).
Wenn sich ein aus alten russischen Waggons bestehender Güterzug quietschend hier vorbeiquält, muss man seeehr lange warten, und die Durchfahrt ist bis in unsere Wohnung zu hören.
Eins der ersten Gebäude, an denen ich auf meiner Laufrunde vorbeikomme, ist das der juristischen Fakultät der Uni Tartu.
So sehen estnische Briefkästen aus, dahinter ein Ausblick auf das, was euch gleich hauptsächlich erwartet: Bäume. Viele Bäume.
Eins meiner Lieblingshäuser auf der Näituse.
Von der Näituse biegt man ab auf die Taara Puiestee. Puiestee bedeutet Allee, und ab hier ist fast die gesamte Strecke von Bäumen gesäumt.
Am Ende der Taara pst geht es auf die C. R. Jakobsoni. Carl Robert Jakobson war ein Schriftsteller und Pädagoge, der 1841 in Tartu geboren wurde.
Eine der Seitenstraßen der Jakobsoni ist die Vikerkaare, also die Regenbogenstraße. (Mädels, ich muss euch enttäuschen, ein Einhorn war weit und breit nicht zu sehen ;) )
Dann kommt man in den Tähtvere Park. Tähtvere ist der Stadtteil dort.
Als ich dieses Bild machte, dachte ich an schöne Zeiten mit Freunden im Schlosspark, Rosensteinpark oder Höhenpark Killesberg. Am liebsten würde ich alle meine Stuttgarter Freunde mal in einen Tartuer Park zum Picknick einladen.
Beim Zusammensetzen der drei Einzelteile für dieses Panoramabild ist ein bisschen was schief gegangen, aber ich find es trotzdem schön.
Schwesterchen, das wäre doch statt dem Bonnenbroicher Bolzplatz auch kein schlechter Platz für den Beginn deiner Fußballkarriere gewesen, oder?
Direkt neben dem Park befindet sich die Tartuer Sängerbühne (Laululava). Solche Bühnen gibt es in Estland in sehr vielen Orten, die größte und bekannteste befindet sich in Tallinn. Bei den sehr beliebten und traditionsreichen Sängerfesten ist hier alles voll mit Sängern und Zuschauern, von denen viele typisch estnische Trachten tragen. Nächsten Monat findet hier in Tartu das Studentensingen (Tudengilaul) statt, das werde ich mir sicher ansehen und dann auch etwas mehr zum Thema Sängerfeste schreiben.
Diese zwei kleinen Esten üben schonmal das Singen.
Noch einmal die Sängerbühne, mit einer Extraportion schönem estnischen Himmel obendrauf.
Ein mänguväljak! =)
Noch ist alles sommerlich grün. Ich bin gespannt, wie es im Park aussieht, wenn die Blätter bunt und die Baumkronen lichter sind.
Nach ein paar Runden im Park geht es allmählich zurück.
Blick zurück auf den Park.
Man läuft nun wieder auf die Bahngleise zu.
Überall in Tartu: Krähen. Hunderte von Krähen.
Diese zwei leben gefährlich. Vor ihren Schnäbeln verläuft die Vaksali (Bahnhofsstraße).
Eine der Seitenstraße der Vaksali ist unsere gute alte Vabriku. Das rote Haus kennt ihr ja schon.

So, das war es mit dem kleinen Spaziergang. Vielleicht mache ich sowas bald nochmal in einem anderen Teil von Tartu. Jetzt gibt es nur noch den Song der Woche. Er ist von Delphic und heißt „Doubt“. Ich verschone euch mit Versuchen, zu erklären, warum es diese Woche dieser Song geworden ist, es würde nichts dabei rumkommen. Erklärungen gibt es jetzt nur noch, wenn ich wirklich eine habe, und hinter der Entscheidung mehr steckt als nur ein Gefühl.


4 Gedanken zu “Fotospaziergang mit Musik

  1. Schöne Bilder! Da sieht man: Es müssen nicht immer sogenannte Sehenswürdigkeiten sein. Oft ist Alltägliches oder irgendein Detail viel interessanter . . . .
    Sooo langsam sind die Züge in Estland übrigens gar nicht. Von Tallinn nach Tartu (City) benötigt man mit dem Auto etwa genauso lange.

    1. Stimmt! Eigentlich ist hier fast alles auf die eine oder andere Weise sehens- und zeigenswert.
      Das mit den Zügen stimmt auch, aber man darf eben nicht an deutsche ICEs denken. Und der Bus ist doch bei den meisten Strecken etwas schneller, kommt allerdings darauf an, wie oft er zwischendurch hält.

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