Den Duft von frischem Brot in der verschnupften Nase

Nach den letzten beiden langen Berichten wird dieser Eintrag hier ziemlich kurz, denn in der vergangenen Woche ist kaum etwas Erzählenswertes passiert. Ich habe mich bei Stephan angesteckt und deshalb den Großteil des Wochenendes mit Tee, Gemüsesuppe und unendlich vielen Taschentüchern im Bett verbracht. Es geht mir nicht wirklich schlecht, erstaunlicherweise macht sogar mein Kreislauf keine Probleme, was er ja sonst immer tut, wenn ich angeschlagen bin, aber wirklich etwas unternehmen kann und will ich im Moment nicht. Dafür habe ich aber die Zeit genutzt, die ich sowieso zu Hause verbringen musste, und habe sowohl unter „Fotos aus Estland“ als auch unter „Fotos aus Tartu“ neue Bilder hochgeladen. Dabei hat das mit den Bildunterschriften leider nicht immer so geklappt, wie ich es gern wollte, es ist etwas uneinheitlich, aber ich hatte irgendwann keine Lust mehr, daran herumzuprobieren. Ich denke, das stört auch nicht weiter.

Edith hat mir am Freitag gesagt, dass ich wahrscheinlich nächste Woche mit den schon angesprochenen Übersetzungsarbeiten anfangen kann. Sie will mir bald ein paar englischen Infotexte über das Archiv schicken, die ich dann ins Deutsche übersetzen soll. Ich bin froh,dass ich mal ein bisschen Abwechslung bekomme, denn auch wenn ich mich nicht wirklich gelangweilt habe, habe ich mir in den letzten Wochen schon ein paar Mal gewünscht, eine neue Aufgabe zu bekommen. Übrigens weiß ich jetzt, was es vor einiger Zeit mit dem Fischkauf auf sich hatte, den Kalev, Tiiu und Anne eigentlich während der Arbeit machen wollten. Merits Kollegen haben ihr erzählt, dass etwa einmal im Monat jemand kommt, der im Hinterhof des Archivs verkauft, und dass es dort guten, günstigen Fisch gibt, allerdings natürlich nur begrenzt. Die drei waren beim letzten Mal also wohl zu spät dran gewesen. An dem Tag, an dem es wieder Fisch zu kaufen gab, hatte ich frei, so dass ich nicht mitbekommen habe, ob sie dieses Mal mehr Erfolg hatten. Ansonsten gibt es aus dem Archiv auch nicht viel zu berichten, abgesehen davon, dass dort am Freitag eine neue Ausstellung eröffnet wurde, was ich allerdings nur am Rande mitbekommen habe.

Tja, und da diese paar mageren Sätzchen eigentlich kaum einen Blog-Eintrag wert sind, gibt es jetzt noch etwas Neues, etwas Besonderes. Viele von euch wissen ja sicher, dass ich gerne backe. Und deshalb dachte ich mir, dass ich mal mit euch teilen könnte, was ich kürzlich gebacken habe. Ich habe eine besondere Vorliebe für estnische Backbücher, mit denen man nicht nur etwas Leckeres zaubern, sondern nebenbei auch etwas an seinem Estnisch tun kann. Das folgende Rezept stammt allerdings aus keinem estnischen Backbuch, ich habe es nur etwas „eingeestnischt“ (die Esten sind ja für ihre Roggenbrote bekannt).

Süßes Hefebrot mit Roggen

             Zutaten

  • 1/2 Würfel frische Hefe (in Estland sind das 25 Gramm, in Deutschland 21, macht aber keinen Unterschied)
  • 100 ml lauwarme Milch
  • 30 g Butter oder Margarine
  • 2 EL flüssiger Honig
  • 1-2 El Zucker
  • 2 TL Vanillezucker (am besten natürlich selbst gemachter)
  • 1 Prise Salz
  • 1 Prise gemahlener Kardamom
  • 1 Ei
  • 1 Spritzer Zitronensaft (braucht man, damit der Teig besser aufgeht, da Hefe allein bei Roggen oft nicht ausreicht)
  • 220 g Roggenvollkornmehl
  • 150 g Weizenmehl

Zubereitung

  • Die Hefe zerbröckeln und in der lauwarmen Milch auflösen.
  • Die Hefemilch zusammen mit Butter oder Margarine, Honig, Zucker, Vanillezucker, Salz, Kardamom, Ei und Zitronensaft in eine Schüssel geben und alles schonmal grob miteinander verrühren.
  • Die beiden Mehlsorten zufügen und das Ganze gut verkneten. Dazu sollte man am besten einen Handmixer mit Knethaken verwenden, da der Teig eher klebrig wird.

  • Die Schüssel mit einem sauberen Tuch abdecken und an einem warmen Ort etwa eine Stunde gehen lassen. Danach sieht er etwa so aus:

  • Wie gesagt, der Teig ist klebrig, deshalb gibt man ihn jetzt am Besten einfach in eine eingefettete Form. Mit Zugabe von noch mehr Mehl kann man ihn sicher auch so fest kriegen, dass man daraus etwas formen kann, aber dann ist die Konsistenz des fertigen Brotes nicht mehr so fluffig, wie sie sein soll.
  • Den Teig in der Form noch einmal eine halbe oder ganze Stunde an einem warmen Ort gehen lassen.
  • Das Brot bei 200 ° (Umluft) 20-25 Minuten backen (da jeder Ofen anders reagiert, kann es auch kürzer oder länger dauern).
  • Und dann hat man sowas hier:

Eventuell hat ja jemand irgendwann mal Lust, es nachzubacken. Es schmeckt sehr gut mit etwas Butter, Honig oder Marmelade (am besten natürlich mit der selbstgemachten von Merits estnischer Oma ;) ).

Ansonsten gibt es jetzt noch den Song der Woche und dann war’s das auch schon für heute. Vielleicht poste ich in Zukunft noch ein paar Rezepte, mal schauen. Der Song der Woche jedenfalls nennt sich „We Used To Wait“ und ist von Arcade Fire.

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