Wartezeit vertreiben

Bald geht es los. Gleich werden Merit und ich unsere neu erworbenen Thermo-Schneehosen anziehen, dazu die richtig fetten Socken, die wir in dem tollen Sockenladen in der Altstadt erstanden haben, außerdem Gummistiefel, Handschuhe, Mützen, dicke Pullover, Schals und Winterjacken (ich habe tatsächlich eine gefunden, hatte am Ende sogar die Qual der Wahl). Dann packen wir unsere Rucksäcke: Thermoskannen mit Kaffee, was zu Essen, Wasser, Taschenlampen, noch mehr Klamotten (falls es richtig kalt wird). Dann treffen wir uns mit den anderen bei dem Studentenwohnheim, in dem unsere Teamkollegin Kadi und ihr Verlobter wohnen, der noch nachträglich zu unserem Team dazu gekommen ist. Kadi schrieb, er sei „military instructor“, was auch immer sie genau damit meint, aber es klingt auf jeden Fall nach einem praktischen Teammitglied für die Nachtwanderung (siehe letzter Eintrag). Die Temperatur soll heute Nacht in dem Wald, in dem wir wandern, auf -10 Grad fallen. Drückt mir die Daumen, dass meine Füße warm und trocken bleiben, denn, wie Kadi sagte: „otherwise you’re dead“.

In den letzten zwei Tagen ist schon eine ganz hübsche Menge Schnee runtergekommen. Da es in ein paar Tagen allerdings wieder deutlich wärmer werden soll, haben wir das schöne Wetter heute ausgenutzt und eine Menge Bilder gemacht, von denen ich bald welche hochladen werde. Hier ist schonmal ein kleiner Vorgeschmack:

Gestern lief bei der Arbeit „Last Christmas“ im Radio. Wenn ich dieses nervige Lied zum ersten Mal in einem Jahr höre, weiß ich: Weihnachten steht vor der Tür. Auch wenn hier in Estland von dem in Deutschland meist schon im September beginnenden Weihnachtsterror (wie wir in meiner Familie gerne sagen) bisher nichts zu merken ist. Aber angesichts des Schnees und der bevorstehenden winterlichen Freiluft-Aktivität habe ich mich doch dazu hinreißen lassen, das erste weihnachtliche Gebäck des Jahres 2012 herzustellen, nach einem oft bewährten und supereinfachen Rezept (das allerdings nicht aus Estland stammt):

Weiche Lebkuchen vom Blech

         Zutaten:

  • 1,5 dl Zucker
  • 4 dl Mehl
  • 1 TL Vanillezucker
  • 1 TL Zimt
  • 1 TL gemahlener Kardamom
  • 1 Prise gemahlener Koriander
  • 1 Prise gemahlene Nelken
  • 1 Prise gemahlener Anis
  • 1 EL Natron (oder Backpulver)
  • 3 dl Milch
  • 3 EL dunkle Marmelade (am leckersten wird’s mit Aachener Pflaumenmus, aber auch Sauerkirsch- oder Waldbeermarmelade passt gut)

Zubereitung:

  • Zucker, Mehl, Vanillezucker, Gewürze und Natron mischen. Wer mag, kann von allen Gewürzen auch etwas mehr nehmen (am besten immer mal zwischendurch den Teig probieren, ob es schon würzig genug ist).
  • Milch und Marmelade hinzufügen und alles gut mit einem Schneebesen verrühren.
  • Den Teig auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech geben.
  • Bei 200 ° (Umluft) etwa 15-20 Minuten backen. Der Kuchen bleibt ziemlich flach, wer ihn höher haben möchte, kann ihn auch in einer Springform backen.
  • Wer will, kann den ausgekühlten Kuchen noch mit Zartbitterkuvertüre überziehen. Gibt man zwischen Teig und Kuvertüre noch etwas Marmelade, schmeckt das Ganze ziemlich ähnlich wie diese gefüllten Lebkuchenherzen, die es in deutschen Supermärkten eigentlich jetzt schon geben müsste.

Vielleicht hat ja jemand Lust, den Kuchen nachzubacken, vielleicht auch erst in ein paar Wochen, wenn Weihnachten näher rückt. ;)

So, zum Schluss gibt es noch den Song der Woche. Ja, ich weiß, die Woche ist noch nicht rum, aber da diese Woche insgesamt sehr stark von der Nachtwanderung geprägt war und ist, war mir schon lange klar, welchen Song ich auswählen würde. Es handelt sich um einen echten Klassiker, nämlich „Lullaby“ von The Cure, und er passt perfekt zu meiner Stimmung vor der Nachtwanderung (und mit diesem Video auch zum bevorstehenden Halloween-Fest). Hoffen wir, dass sich folgendes Zitat aus dem Text nicht bewahrheiten wird: „Spiderman is having me for dinner tonight.“

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2 Gedanken zu “Wartezeit vertreiben

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