Reisen durch die Zeit und mit dem Finger auf der Karte

In dieser Woche habe ich im Archiv fast 500 Männer kennengelernt. Nein, nicht persönlich. Nur als Gegenstand von Akten. Und zwar bekam ich am Montag eine neue Aufgabe von meinem Kollegen Sven, der fließend Deutsch spricht. Das liegt, wie er mir erzählt hat, daran, dass seine Eltern beide deutsche Philologie studiert und sich in seiner Kindheit gerne mal auf Deutsch unterhalten haben. Zusammen mit einigen Deutschland-Aufenthalten hat das dazu geführt, dass er jetzt sehr gut Deutsch kann. (Da mir diese Frage durchaus schon gestellt wurde: nein, meine eigenen Eltern unterhalten sich nicht auf Latein, obwohl sie das beide studiert haben.) Die Aufgabe war eigentlich sehr simpel, aber sie gab mir die Möglichkeit, in durchaus sehr spannenden Akten zu blättern. Es handelte sich um mehrere Archivkästen voller Akten über Studenten, die in den 1930er Jahren Mitglieder der Studentenverbindung „Liivika“ wurden. Für jedes neue Mitglied wurde eine persönliche Akte angelegt, die dann im Laufe der Mitgliedschaft mit Dokumenten gefüllt wurde. Meine Aufgabe bestand darin, nachzuschauen, welche Akten Fotos des jeweiligen Studenten enthielten und welche nicht, und dies auf einer Liste zu vermerken. Simpel, sag ich ja, aber laut Sven eine große Erleichterung für die geplante Erstellung einer Datenbank über diese Studenten. Ich erledigte diese Arbeit nicht in dem Büro, in dem ich sonst immer sitze, sondern ein Stockwerk tiefer, direkt in dem Raum, in dem die Akten aufbewahrt werden, da ich keine Lust hatte, fast 500 Akten nach oben zu schleppen. Wie ich, glaube ich, schon einmal erwähnt hatte, werden die meisten Archivalien bei uns in alten hölzernen Regalen aufbewahrt, so dass man sich, wenn man dort sitzt, viel mehr der Geschichte verbunden fühlt als vor einem Computerbildschirm im Büro. Das war eine schöne Abwechslung, fand ich, aber leider ist es in den Aufbewahrungsräumen auch ziemlich kühl, so dass ich zwischendurch ins Büro und zu den Briefen von 1690 zurückkehrte.

Sowohl vom Umfang als auch vom Inhalt her waren die einzelnen Akten sehr unterschiedlich, manche enthielten lediglich den Aufnahmeantrag, in anderen wiederum fanden sich zusätzlich dazu die unterschiedlichsten Schriftstücke, so gut wie alle auf Estnisch verfasst. Eigentlich war es ja nicht Teil meiner Aufgabe, mir das alles anzuschauen, aber ich fand es interessant und hatte Zeit, so dass ich mir die meisten Akten ziemlich ausführlich ansah. Fast immer gab es ein ein- bis dreiseitiges Dokument mit dem Titel minu elulugu (meine Lebensgeschichte), in dem die Studenten erzählten, wo und wann sie geboren wurde, was ihre Eltern beruflich machten (meistens waren sie Land- oder Fabrikarbeiter) und in welche Schulen sie gingen. Bei diesen Texten konnte ich auch ziemlich viel verstehen. Schwieriger wurde es bei den Referatstexten, die vielfach vorhanden waren. In diesen Vorträgen, die die Studenten vor den anderen Verbindungsmitgliedern hielten, ging es nicht immer um ein Thema, das zum Studienfach des Referenten passte, zum Beispiel sprach auch ein Mathematikstudent über die Geschichte der Oper, und bei einem Wirtschaftswissenschaftler entdeckte ich ein 20-seitiges Referat über Schopenhauer. Zum Glück hatten die estnischen Studenten Anfang des 20. Jahrhunderts zumeist deutlich ordentlichere Handschriften als die deutschen und schwedischen Militärs im Livland des späten 17. Jahrhunderts. So hatte ich dieses Mal kein „ich verstehe alles, kann aber einiges nicht entziffern“-Gefühl, sondern konnte alles problemlos lesen, doch nur einen kleinen Teil verstehen. Aber ich habe durch diese Arbeit meinen estnischen Wortschatz wieder erweitern können.

Neben den Lebensläufen und Referaten gab es auch noch Postkarten, Rechnungen, Rundbriefe an die Mitglieder, Fristzettel der Unibibliothek, Heiratsanzeigen, Zeitungausschnitte, Einladungen zu Veranstaltungen (besonders nett fand ich die zum pannkoogi õhtu, also zum Pfannkuchenabend im Verbindungshaus), selten auch selbst verfasste Gedichte. Die Postkarten fand ich besonders toll. Die meisten von ihnen stammten aus verschiedenen Gegenden in Estland, aber auch von Auslandsreisen schickten die Verbindungsmitglieder Grüße an die anderen, zum Beispiel aus Finnland, Lettland, Deutschland oder Ungarn, aber ich fand auch eine Karte aus Buenos Aires und eine aus New York. Auf den Schwarz-Weiß-Bildern auf den Karten konnte man kaum etwas erkennen, zum Beispiel verriet auf einer Karte vom Pühajärv (dem See bei Otepää) nur das Kleid einer Frau, dass das Bild im Sommer aufgenommen worden war, der See hätte, so wie er aussah, auch zugefroren sein können. Die alten Briefmarken fand ich auch interessant, damals kostete das Porto für eine Karte innerhalb Estlands 5 Senti (wäre heute eigentlich überhaupt nichts mehr wert). Schmunzeln musste ich über eine Karte aus Belgien, auf der unter der Briefmarke aufgedruckt stand: „l’œuf est un aliment idéal“ (das Ei ist ein ideales Nahrungsmittel). Viele Auslandsreisen unternahmen die Studenten jedoch nicht. Auf den Mitgliedschaftsanträgen mussten sie angeben, welche Fremdsprachen sie sprechen und/oder verstehen konnten und welche Länder sie vor dem Beitritt schon besucht hatten. Bei den Sprachen wurden Russisch und Deutsch am häufigsten genannt, aber auch Englisch, Finnisch, Französisch und Schwedisch waren nicht selten, manche Theologiestudenten konnten auch Latein, Griechisch und/oder Hebräisch. Gereist wurde hauptsächlich in die Nachbarländer Russland und Lettland, aber auch Deutschland, Schweden, Finnland, Litauen, Polen und Ungarn wurden genannt. Einer gab sogar eine Studienreise nach China und Japan an. Aber es waren auch viele dabei, die zum Zeitpunkt ihres Beitritts, also mit Anfang 20, noch gar nicht im Ausland gewesen waren. Damals war das eben nicht so einfach wie heute. Die Studenten stammten selbst fast alle aus Estland, abgesehen von ein paar, die in Russland geboren worden waren oder lettische oder finnische Vorfahren hatten. Drei Verbindungsmitglieder waren allerdings auch aus Ungarn zum Studieren nach Tartu gegangen.

Außerdem habe ich mir sehr gern die alten Zeitungen angeschaut. Während meines Praktikums im Deutschen Literaturarchiv Marbach letztes Jahr hatte ich schonmal viel mit deutschen Zeitungen aus ebendieser Zeit zu tun, und fand da schon die alten Werbungen so kurios. In estnischen Zeitungen gab es auf jeden Fall weniger Werbung, aber ab und an entdeckte ich doch etwas Interessantes, zum Beispiel eine Anzeige für Schuhcreme der Marke Lodix, die als parim kingakreem (beste Schuhcreme) beworben wurde. Auf der Rückseite eines Artikels aus dem Jahre 1937 gab es auch einen Micky-Maus-Comic. Zeitungsausschnitte waren vor allem in den Akten derjenigen Studenten zu finden, die nach ihrem Beitritt zur „Liivika“ irgendwie bekannt wurden. Ich hatte es durchaus mit einigen nationalen Berühmtheiten zu tun: Mit Anton Uesson, der einige Jugendstilbauten in der Altstadt von Tallinn konstruierte und von 1919 bis 1934 Bürgermeister der Hauptstadt war. Mit Arnold Viiding, der bei der Leichtathletik-Europameisterschaft 1934 in Turin für Estland Gold im Kugelstoßen gewann. Mit Theodor Pool, der später Landwirtschaftsminister wurde. Mit Juhan Kukk, der sich als Politiker und Wirtschaftsexperte unter anderem für die Loslösung Estlands von Russland eingesetzt hat und fast ein Jahr lang estnisches Staatsoberhaupt war. Mit Paul Keres, der einen Schach-Rekord aufstellte, indem er gegen neun Weltmeister gewann, und der auch sehr erfolgreich Tennis spielte. Und mit Aleksander Margevitš (so die estnische Schreibweise seines Namens), der 1936 bei den Olympischen Spielen in Berlin Teil der estnischen Basketballmannschaft war, die dabei auch gar nicht schlecht abschnitt.

Fotos fanden sich in etwa der Hälfte der Akten. Es handelte sich um professionell angefertigte Porträtfotos, bei denen oft auch das Aufnahmedatum angegeben war. Ich muss sagen, damals konnte man genauso schwer das Alter einer Person einschätzen wie heute, wo dieses Problem wegen des Jugendschutzes oft diskutiert wird. Manche der Studenten sahen für mich aus wie Mitte 30, obwohl sie erst 21 waren, aber ein 25jähriger konnte auch so jung aussehen, dass ich mich fragte, was der schon an der Uni macht. Die ordentlichen Frisuren und Anzüge, die alle trugen, machten das Ganze noch schwieriger. Es wurde auf jeden Fall gleich noch interessanter, sich eine Akte genauer anzuschauen, wenn man ein Bild der betreffenden Person sehen konnte. Ganz vereinzelt gab es auch Gruppenfotos von einigen Verbindungsmitgliedern, auf denen sie zwar ebenfalls tadellos gekleidet und frisiert waren, aber doch deutlich weniger ernst in die Kamera guckten. Diese Bilder sahen gar nicht viel anders aus als heutige Fotos von jungen Leuten, die Fratzen schneiden und sich gegenseitig Hasenohren zeigen.

Insgesamt war das ein sehr interessanter Ausflug in ein weiteres Kapitel der estnischen Geschichte, und wenn ich mehr Estnisch gekonnt hätte, hätte ich sicher auch den einen oder anderen Referatstext ausführlicher gelesen. Einen richtigen,  nicht nur im übertragenden Sinne gemeinten, Ausflug machte ich diese Woche auch. Und zwar ging es am Donnerstag mit einigen Kollegen aus meiner Abteilung nach Tallinn zu einer Kartografie-Schulung, mal wieder mit dem Archiv-Minibus. Zuerst waren wir im Riigiarhiiv (Staatsarchiv), das sich in einem neueren, aber auch viel hässlicheren Gebäude befindet als „unser“ Tartuer Archiv. Dort fand ein zweistündiger Vortrag statt, in dem es hauptsächlich um verschiedene Methoden und Probleme des Kartografierens ging. Auf dem Tagesplan, den wir bekommen hatten, waren dafür zwei Vortragende angegeben. Letztendlich sprach aber nur einer, ein älterer Herr namens Heiki Potter, der später von jemandem versehentlich Harry Potter genannt wurde, so dass wir einen Running Gag für den Rest des Tages hatten. Leider war dieser Mann der schlechteste Redner der Welt, er sprach unglaublich monoton. Und leise, was in dem Vortragsraum sehr ungünstig war, da alle paar Minuten eine Straßenbahn vorbeifuhr. Ich habe nicht allzu viel verstanden, aber auch die anderen fanden es ziemlich öde. Reet, die neben mir saß und ab und zu ein bisschen für mich übersetzte, beschwerte sich schon nach fünf Minuten darüber, dass es langweilig sei, und Kalev kam nach der Kaffeepause einfach nicht mehr wieder. Der andere Mensch, der auf dem Plan genannt wurde, hatte übrigens einzig und allein die Aufgabe, mit der Maus die Power-Point-Präsentation fortzusetzen. Anscheinend konnte oder wollte Herr Potter das nicht selbst tun, aber warum man dafür den anderen ernsthaft auch als Referenten aufgeführt hatte, ist mir schleierhaft. Die Präsentation war zwar nicht besonders toll gestaltet, half mir aber, da in geographischen Zusammenhängen ja auch immer viele Fremdwörter vorkommen, so dass ich doch einigermaßen nachvollziehen konnte, worüber gesprochen wurde.

Nach dem Vortrag fuhren wir weiter zum kaardikeskus (Kartenzentrum) im Stadtteil Mustamäe. Die Frau, die uns dort empfing, war auch nicht die tollste Rednerin, sie hatte die Angewohnheit, nach jedem zweiten oder dritten Wort eine lange Pause einzulegen, so dass man nie wusste, wann ein Satz beendet war. Mir gab das zwar die Möglichkeit, über das Gesagte nachzudenken und so etwas mehr zu verstehen, aber anstrengend war es trotzdem. Sie hat uns dann dort ein bisschen rumgeführt, was aber schwierig war, da neben mir und meinen Kollegen auch eine Mitarbeiter aus dem Riigiarhiiv dabei waren, so dass wir insgesamt etwa 25 Personen waren, die sich in den engen Gängen des Bürogebäudes drängten. Hauptsächlich sitzen die Mitarbeiter dort mit speziellen Brillen vor speziellen Bildschirmen und erstellen und analysieren Karten und Pläne. Einige von ihnen müssen dafür den ganzen Tag in einem abgedunkelten Raum sitzen. In Anbetracht der Tatsache, dass die Sonne hier inzwischen gegen 16:15 Uhr untergeht, stelle ich mir das ziemlich furchtbar vor. Das eigentliche Highlight im kaardikeskus war die Möglichkeit, Karten zu kaufen. An der Wand hing eine große Estland-Karte, die in viele kleine Quadrate eingeteilt war, und für jedes diese Quadrate gab es dann eigene Karten in recht großem Maßstab (der heißt auf Estnisch übrigens mõõtkava, wieder was gelernt), die für je 1,30 Euro verkauft wurden. Kalev, der ja aus der Gegend um Haapsalu stammt, kaufte gleich mal alle Karten des Landkreises Läänemaa. Ich selbst hätte gerne eine Karte von Otepää und Umgebung gehabt, da wir dort ja immer im Urlaub waren, aber leider lag Otepää genau auf der Grenze zwischen zwei Quadraten, so dass man die Stadt nur auf umständliche Art und Weise hätte betrachten können. Also ging es für mich ohne Karte weiter zum nur wenige Häuser entfernt liegenden maa-amet (Landamt), wo wir durch ein kleines Kartenarchiv geführt wurden. Dort befinden sich nicht nur Landkarten, sondern auch alte Druckplatten aus der Sowjetzeit, Luftaufnahmen und Seekarten von der Ostsee und den größten Seen des Landes. Das war ziemlich spannend, es gab dort sogar noch detailreichere Karten als im kaardikeskus, zum Beispiel eine, auf der – in großem Maßstab – nur die Landgemeinde Torgu zu sehen war, die sich auf der Halbinsel Sõrve befindet, die wiederum diesen kleinen Zipfel bildet, der im Süden an der Insel Saaremaa dranhängt.

Gegen 16 Uhr fuhren wir wieder zurück nach Tartu. Insgesamt war es ein ganz spannender Tag, an dem ich den Umriss von Estland, den ich sowieso schon von Kind auf auswendig kannte, und den ich inzwischen auch auf den Rückseiten der estnischen Euromünzen täglich vor Augen habe, gefühlte tausend Mal gesehen habe. Ich glaube, ich kenne mich mittlerweile mit estnischer Geografie besser aus als mit deutscher (okay, Estland ist natürlich auch deutlich kleiner), und inzwischen weiß ich zu vielen estnischen und lettischen Orten auch die ehemaligen deutschen und/oder schwedischen Namen. Ich habe zwar nicht so ganz verstanden, was diese Schulung mit unserer alltäglichen Arbeit im Archiv zu tun hat, zumal hier in Tartu auch fast nur historische Karten aufbewahrt werden und es am Donnerstag beinahe ausschließlich um Karten des heutigen Estlands ging, aber interessant war es trotzdem. Nächste Woche fahre ich nochmal nach Tallinn, dieses Mal mit Merit und ihren Kollegen aus der Restaurationsabteilung, wir besuchen das Filmarchiv, in dem ich auch mein Praktikum hätte machen können. Wird bestimmt interessant. Und in der Woche danach geht es schon wieder in die Hauptstadt, dieses Mal allerdings privat, denn dann gehe ich mit Merit, Richard und einem Freund von ihm auf ein Konzert von God Is An Astronaut.

Auf einem Konzert waren Merit und ich gestern Abend auch, allerdings hier in Tartu, im Genialistide Klubi, wo auch sonst. Irgendwie scheint dort alles stattzufinden, was mich interessiert, zumindest musiktechnisch. Es spielten die finnische Band Viikate und die estnischen Band Kosmikud. Beides ist nicht hundertprozentig mein Musikgeschmack, da es eher in Richtung Metal geht (aber ich bin verdammt schlecht im Einordnen von Musik, also kann das auch völliger Schwachsinn sein), aber eigentlich fand ich das, was ich mir auf YouTube von den beiden Bands angehört hatte, nicht schlecht. Und live war es dann auch eigentlich wirklich gut. Das Problem war nur, dass man anscheinend viel zu viele Karten verkauft hatte. Der Konzertraum war dermaßen überfüllt, dass ich mich die erste halbe Stunde lang überhaupt nicht bewegen konnte, und nur damit beschäftigt war, irgendwelche Leute an mir vorbeizulassen (komischerweise wollen die Leute auf Konzerten immer ausgerechnet an mir vorbei). Und bei so einem Konzert sind ja auch immer viele große, kräftige Männer mit langen Haaren, die man nicht so gerne vor sich stehen hat. Überhaupt stelle ich auf Konzerten immer wieder fest, dass es auch bei meiner Größe noch seeehr viele Menschen gibt, über die ich nicht drüber gucken kann. Irgendwann stand ich dann aber ganz gut. Nur leider wurde die Luft in diesem Raum irgendwann unerträglich, so dass ich ganz froh war, als Viikate fertig waren und es eine Pause gab. Lustig fand ich bei Viikate, dass der Sänger ein bisschen aussah wie James Hetfield von Metallica, nur mit Hornbrille, und dass er zwischendurch immer wieder „Hey!“ rief, was mich an die Florian-Silbereisen-Parodien aus der Sendung „Switch“ erinnerte. Er sprach zwischen den Songs immer Finnisch, was für die meisten Esten wohl auch ganz gut zu verstehen war, ich selbst bekam nicht viel mehr mit als vielleicht drei Wörter. Bei Kosmikud, die ja aus Estland kommen, konnte ich aber sogar ab und an mit über die Witze des Sängers lachen, und ich glaube, ihre Songs haben auch ziemlich gute Texte, von denen ich aber immer nur ein paar einzelne Wörter oder auch mal einen kurzen Satz verstanden habe. In ihrem Song „Viimane Etapp“ (Letzte Etappe) geht der Refrain wie folgt: „teine kord, kolmas kord, neljas kord, viies kord“ und irgendwie fand ich es sehr amüsant, einen ganzen Raum voller Esten „zweites Mal, drittes Mal, viertes Mal, fünftes Mal“ brüllen zu hören. Insgesamt also ein guter Abend, an dem nur einfach zu viele Leute das Gleiche sehen und hören wollten. Übrigens habe ich gestern auch die sogenannte „Open Library“ im Genialistide Klubi gesehen, es handelt sich allerdings nur um ein paar Regale voller Bücher, hauptsächlich wohl Sachliteratur und Lexika. Es ist also nicht ganz das, was ich mir vorgestellt hatte, aber ich glaube, da war ich zu sehr geprägt durch die Bilder von der Bibliothek „Garaget“ in Malmö, über die wir in unserem Studium schon öfter gesprochen haben.

Ja, das war meine Woche. Heute gibt es ausnahmsweise mal keine Bilder, meine Kamera hatte ein paar Tage frei. Aber nicht mehr lange! Jetzt kommt noch der Song der Woche, von der sympathischen Band Who Knew, die mit „Sharpen the Knife“ einen Song gemacht haben, der mich jedes Mal aufs Neue begeistert und den ich diese Woche viel gehört habe. Das Video dazu, das sehr gut zu Island, der Heimat der Band, passt, verbreitet durch die vielen goldenen Lichter auch ein bisschen vorweihnachtliche Stimmung (seit dieser Woche gibt es auch hier im Supermarkt jede Menge Weihnachtskram zu kaufen). Und irgendwie herrschte hier diese Woche auch ziemlich isländisches Wetter, viel Wind und schwacher Nieselregen. Zudem finde ich den Titel des Albums, auf dem dieser Song vertreten ist, sehr passend zu dem, was ich euch hier auf diesem Blog biete: „Bits and Pieces of a Major Spectacle“ (jedenfalls ist mein Aufenthalt hier für mich persönlich ein „Major Spectacle“).

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7 Gedanken zu “Reisen durch die Zeit und mit dem Finger auf der Karte

  1. Vielleicht überhole ich Dich ja noch in Estnisch! . . . – wenn ich mein ganzes Potenzial an Lerneifer einsetze. Dasselbe Lehrbuch habe ich immerhin.

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