„See raamat on armastuskiri Eestile – This book is a love letter to Estonia“

Obwohl ich mir für mein halbes Jahr in Estland extra einen E-Book-Reader zugelegt habe (die Bibliothekarin und Bücherliebhaberin in mir sträubte sich zwar sehr, musste sich aber schließlich der 20-Kilo-Fluggepäck-Regelung beugen), konnte ich es natürlich nicht lassen – ich habe in meiner bisherigen Zeit hier doch ein paar Bücher gekauft. Estnische Buchläden sind aber auch einfach zu toll und es gibt keine Buchpreisbindung, so dass man immer wieder reduzierte Bände entdeckt. Neben dem Brotbackbuch, über das ich hier schrieb, erstand ich vor einigen Wochen auch ein Werk mit dem Titel „Meie Inimesed/Our People – Estonian Stories“ (erschienen 2008). Und über dieses Buch möchte ich heute etwas schreiben, denn inzwischen habe ich es gelesen und es hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Cover

Buchrücken

Es handelt sich um eine Art Geschichtensammlung, durchgängig Estnisch und Englisch geschrieben, und reich bebildert mit tollen Fotos aus Estland und von den Menschen, die in diesem Buch zu Wort kommen. Vertreten sind die verschiedensten Persönlichkeiten, Altersgruppen, Berufe, Lebenseinstellungen und familiären/sozialen Hintergründe. Aber alle diese Menschen haben eines gemeinsam: Sie sind in Estland zu Hause. Doch nicht alle von ihnen sind gebürtige Esten, einige stammen aus Russland, und auch ein Deutscher ist darunter. Auch lebten nicht alle zu dem Zeitpunkt, an dem sie ihre Geschichten verfassten, in Estland. Doch ganz nach dem Motto „home is where the heart is“ sprechen sie alle von Estland als ihrem Heimatland. In ihren Geschichten, die zwischen einer und vier Seiten lang sind, erzählen sie, was sie mit Estland verbindet, was sie an dem Land lieben, aber auch, was sie stört. Von manchen erfährt man viel Persönliches und Einzelheiten aus ihrer Kindheit, von anderen nicht viel mehr als ihre momentane Einstellung zu ihrem Heimatland. Ein Wort, das in dem Buch sehr häufig vorkommt, lautet loodus (Natur). So gut wie keine der 40 Personen kommt in ihrer Erzählung über Estland ohne dieses Wort aus, viele von ihnen definieren ihr Land und ihr Leben in diesem Land über die Natur, die hier allgegenwärtig ist, sogar in den Städten, die ja alle nicht besonders groß sind und viele Parks zu bieten haben. Von mehreren wird betont, dass die Esten ein ländliches Volk sind, und einige gehen sogar soweit, das Leben in der Stadt – vor allem in Tallinn, das ja als einziger Ort in ganz Estland wirklich als hektische Großstadt angesehen werden kann – als negativ, einengend oder gar gefährlich zu beschreiben. Für mich, die ich mein gesamtes bisheriges Leben – abgesehen von der Zeit hier – in deutschen Städten verbracht habe, von denen keine kleiner ist als die zweitgrößte Stadt Estlands, ist es gar nicht so einfach, dabei immer im Hinterkopf zu behalten, dass die Dimensionen hier in Estland einfach ganz anders sind. Tallinn mit seinen etwa 400.000 Einwohnern ist ja schon um ein vielfaches größer als alle anderen Orte in Estland, die den Titel Stadt führen, und da es insgesamt ungefähr nur 1,4 Millionen Esten gibt, ist es verständlich, dass Tallinn als riesige Metropole angesehen wird. Und ich kann das wirklich nachvollziehen, ich bin selbst froh, dass ich nicht in Tallinn lebe. Die Stadt ist zwar schön und sehr interessant, aber jedes Mal, wenn ich dort bin, empfinde ich sie als zu unübersichtlich und zu überlaufen von Touristen.

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Die Naturverbundenheit der Esten äußert sich auch darin, dass viele der Personen von einem typischen „smell of Estonia“ sprechen. Ich gebe zu, für mich gibt es ihn nicht, den einen, typisch estnischen Geruch, aber für mich gibt es auch keinen typisch deutschen Geruch. Vielleicht ist man einfach empfänglicher für Gerüche, Geschmäcker und Klänge, wenn man in einem so von Natur geprägten Land aufwächst. Sehr schön finde ich die Worte, die die ehemalige Kulturministerin Estlands, Laine Randjärv (bei Erscheinen des Buches noch Laine Jänes), gewählt hat: „The smells and taste of Estonia – concentrated in rye bread […].“ Tiina Kaalep, Journalistin und Ehefrau des estnischen Botschafters in Lissabon, spricht auch von einem estnischen Duft: „I have experienced the feeling of happiness arriving at home in big and small things. Big things are big: The smell of Estonia when I have arrived and am standing, suitcase in hand, in front of the airport and the fragrance of home wafts towards me across Ülemiste lake.“ Das war einer der vielen Textstellen in diesem Buch, die mich zum Lächeln gebracht haben, denn auch für mich ist es jedes Mal etwas Besonderes, in Tallinn aus einer der Türen des Flughafens zu treten und als allererstes den Ülemiste-See und die blau-schwarz-weiße Fahne zu sehen. Dadurch, dass Tallinn der einzige Flughafen des Landes ist, der internationale Bedeutung hat, landen alle, die aus dem Ausland nach Estland kommen, dort, und obwohl man sich dann am Rande der Hauptstadt befindet, ist es eben ein See, auf den man zuerst schaut – estnischer geht es kaum. Als ich letztes Jahr im Sommer im Urlaub hier war, war das das erste Mal nach vier Jahren, aber bei diesem Anblick fühlte ich mich sofort, als sei ich nie weg gewesen. Als ich zwei Wochen später nach Stuttgart zurückkehrte, hatte ich den Eindruck, dass dort alles anders war als noch vor dem Urlaub.

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Was mich beim Lesen immer wieder fasziniert hat, war die Tatsache, dass fast alle der erzählenden Personen das gesamte Land Estland als ihre Heimat ansehen. Kaum jemand spricht nur von einem bestimmten Ort. Natürlich hat jeder seine Kindheitserinnerungen an einzelne Straßen, Gärten, Strände oder Felder, aber es ist immer die Rede vom kodumaa, dem Heimatland. Ich glaube, nicht allzu viele Deutsche identifizieren sich so stark mit ganz Deutschland, und auch ich selbst würde als meine Heimat nicht Deutschland im Ganzen betrachten, noch nicht einmal ganz Mönchengladbach, sondern eigentlich nur das Haus meiner Eltern und die nähere Umgebung. Natürlich ist Deutschland größer als Estland, aber ich glaube nicht, dass das der einzige Grund für diesen Unterschied ist. Vielleicht liegt es daran, dass die Esten erst seit 21 Jahren in einem unabhängigen Staat leben und deshalb ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl als Nation haben. Oder daran, dass es in Estland nicht so viele Städte gibt wie in Deutschland und man daher weniger regional denkt als bei uns, wo jeder irgendwie von „seiner“ Stadt spricht. Oder ganz einfach am Charakter der Esten, die, wie sich auch bei der Lektüre des Buches zeigt, sehr stolz auf ihr Land, ihre Sprache und ihre Kultur sind. Aber vielleicht muss man auch nicht immer alles begründen, vielleicht reicht es schon aus, dass die Beobachtungen, die ich während des Lesens gemacht habe, mich zum Nachdenken gebracht haben. Zum Nachdenken über das Land, in dem ich gerade lebe und für das auch ich seit Jahren geradezu heimatliche Gefühle habe, und über das Land, aus dem ich komme und das immer mein wirkliches zu Hause sein wird, egal, wie sehr ich mich mit einem anderen Land verbunden fühle.

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Und ein Land wird immer auch entscheidend geprägt von den Menschen, die in ihm leben. Auch auf deren Charakter wird in dem Buch eingegangen. Helen Sildna, die Konzerte internationaler Künstler in Estland organisiert, zitiert den estnischen Schriftsteller Anton Hansen Tammsaare: „Tee tööd, siis tuleb ka armastus“ („mach deine Arbeit, dann kommt auch die Liebe“)  und kommentiert: „This sentence must be engraved in all our brains and seems to be one of the ten commandments of being Estonian.“ Die Modedesignerin Vassilissa, die zwar ukrainische Wurzeln hat, aber im Tallinner Stadtteil Kopli aufgewachsen ist, beschreibt die Esten folgendermaßen: „Estonians protect themselves with a peculiar sarcasm – bitter and ironic. […] The Estonians do not open up easily, the deeper worries and fears are kept to themselves. To get close to them takes time and effort and even after much of both you cannot be sure that the Estonian will unwrap himself. The inner sensitivity is always hidden behind a rather cold mask – every food can be eaten, but not every word can be said, they believe. Estonians are hardworking, love cleanliness and order above all. And they are proud – it is terribly important to them to be the best in their field. And perhaps it is characteristic of them as a small nation to believe that from small acorns great oaks grow. The only time I do not like Estonians is when they forget that they are human beings among other human beings.“ Und die Biologin Asta Tuusti schreibt: „Around us quick, sudden changes are always occurring, beginning from the change of seasons up to political changes. This has made us a bit unsure, has made us save and gather, think of the future and unable to live for the moment.“ Ich fand diese Textstellen in erster Linie deshalb gut, weil sie nicht nur den typischen Esten beschreiben, sondern selbst auch typisch estnisch sind – selbstkritisch. Solche verallgemeinernden Aussagen über eine ganze Nation sind jedoch natürlich immer mit Vorsicht zu genießen, schließlich ist ja auch nicht jeder Deutsche überpünktlich (wenn das im Archiv jemand gedacht haben sollte, haben Merit und ich dieses Klischee schon eindeutig widerlegt) und nicht jeder Italiener ein schlechter Autofahrer. Ich selbst kann nach meinen eigenen Erfahrungen die zitierten Aussagen weder eindeutig bestätigen noch widerlegen, einen wahren Kern haben sie auf jeden Fall.

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Wahr ist auch, dass die Esten ihr Land lieben und kaum einer von ihnen sich vorstellen kann, auf Dauer woanders zu leben. Interessant fand ich in diesem Zusammenhang die Befürchtungen vieler der im Buch vorgestellten Personen bezüglich der Zukunft ihres Heimatlandes. Das Wort „Globalisierung“ fällt mehrfach und zwar immer im Zusammenhang mit negativen Assoziationen. Das hat mich erstaunt, kannte ich Estland doch bisher immer als sehr weltoffenes Land mit einer innovationsbegeisterten Bevölkerung, vor allem wenn es um technische Möglichkeiten geht, und vor allem auch als ein Land, das sich stark von Russland ab- und dafür Skandinavien, vor allem Finnland, zuzuwenden versucht. Bei der Lektüre von „Meie Inimesed“ entsteht eher der Eindruck, als sei der durchschnittliche Este viel mehr auf sich selbst und sein eigenes Land fokussiert und nicht daran interessiert, irgendeinem anderen Land nachzueifern. Man befürchtet wohl den Untergang der estnischen Kultur, die der skandinavischen zwar nicht unähnlich, aber dennoch etwas Eigenständiges ist. Auf der anderen Seite sind diejenigen, die in ihren Geschichten über Politisches und Wirtschaftliches sprechen, der EU gegenüber sehr positiv eingestellt, was in vielen anderen Ländern ja nicht durchweg der Fall ist. Ich finde, die meisten Personen in diesem Buch haben ein gesundes Mittelmaß gefunden zwischen Nationalstolz und dem Bewusstsein, dass ein Land von so geringer Größe, das so lange von anderen Staaten abhängig war, es nicht vollständig aus eigenen Mitteln schaffen kann, sich weiterzuentwickeln. Natürlich bringen gerade diese Entwicklungen, die sich in Estland seit der Unabhängigkeit und vor allem seit dem EU-Beitritt sehr schnell vollzogen haben, auch die erwähnten Befürchtungen mit sich, aber alles hat eben seine Schattenseiten. Und, so der Tenor in einigen der Geschichten, jeder Einzelne kann etwas dafür tun, dass sich seine Befürchtungen nicht (oder jedenfalls nicht zu sehr) bewahrheiten. Vielfach wird in dem Buch betont, wie wichtig es ist, Traditionen weiterzugeben, und im Alltag hier merkt man, dass das auch oft gut funktioniert. Zum Beispiel wird hier sehr vieles selbstgemacht, also gestrickt, genäht, gebaut, repariert und so weiter. Da fühlt man sich manchmal schon etwas komisch, wenn man aus Deutschland kommt und nicht viel mehr kann als einen Knopf an eine Jacke anzunähen und einen Nagel in die Wand zu hämmern – zumindest beschränken sich meine eigenen handwerklichen Fähigkeiten im Wesentlichen darauf, was, wie ich betonen möchte, aber nicht daran liegt, dass meine Eltern mir so etwas nicht beibringen könnten, ich glaube, es liegt viel mehr an der fehlenden Notwendigkeit. Natürlich kann man auch in Estland überall Schals kaufen und Handwerker bestellen, aber bei dem geringen Lohnniveau der Menschen hier ist Selbermachen oft einfach die bessere Variante. Und wer es selber nicht kann, kennt meistens jemanden, der es kann oder der wiederum jemanden kennt, der es kann. Und ich glaube, das ist einer der Gründe, warum viele Esten das Leben in Dörfern oder Kleinstädten bevorzugen – die nachbarschaftlichen Beziehungen sind einfach besser. Hierbei geht es jedoch nicht darum, mit den Leuten auf der Straße Smalltalk zu halten, sich über persönliche Probleme auszutauschen oder gar zu tratschen, das liegt nicht in der Natur der Esten – aber man hilft einander. Meine Kolleginnen Tiiu und Anne zum Beispiel (beide um die 65) führen manchmal Telefonate, bei denen sie jemandem aus der Verwandtschaft Tipps zum Kochen und Backen geben. Das kann stundenlang so gehen und anfangs fand ich das etwas seltsam, aber inzwischen ist mir klar, dass es doch eigentlich etwas sehr Schönes ist, wenn jemand seine Mutter, Großmutter oder Tante anruft, um sie zu fragen, wie sich das selbst angebaute Obst am besten einmachen lässt.

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Andere negative Erfahrungen und Befürchtungen, die erwähnt werden, kennt man auch in anderen Ländern: „Sometimes I fear that living with the Internet we may lose our ability to live with books. […] Books are the essence, important things separated from all the noise. Reading teaches one to think and understand, Google cannot do that“, meint die schon erwähnte Tiina Kaalep (ein Zitat, das ich mir auch sehr gut an der Wand in einer Bibliothek vorstellen kann). Der neunjährige Niklas Schutting, der in der Kleinstadt Rapla lebt, schreibt: „What I really do not like in Estonia today is that the children play stupid computer games and get addicted to them. And then they do not care about anyone anymore.“ Und Maarja Jakobson berichtet: „I am writing […] in the bus that is taking me from Tallinn to Tartu. Just now a woman came up from the back of the bus to inform the driver that a gang of youngsters have vomited and urinated on the floor.“ Probleme wie diese gibt es eben auch in einem „land of rural people“, wie es die Schriftstellerin Viivi Luik ausdrückt.

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Die Tatsache, dass in diesem Buch sowohl Heimatliebe als auch negative Eindrücke formuliert werden, macht es zu einer facettenreichen Beschreibung des heutigen Estland. Ein kleines Land, das nach Größerem strebt, und versucht, sich dabei nicht selbst zu verlieren. Ein modernes Land, das bei allem Fortschritt an seinen Traditionen festhält. Ein Land, das Heimat ist für eine stolze Nation, die zwar an der Welt interessiert, aber nicht bereit ist, zu viel von sich preiszugeben. Eine Nation, die weder nur optimistisch noch nur pessimistisch in die Zukunft blickt, sondern sich selbst und die Welt realistisch einschätzt. Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen und bin glücklich, es gekauft zu haben, auch wegen der tollen Bilder. Viele von ihnen hat übrigens der Naturfotograf Remo Savisaar gemacht, der auch einen wundervollen Fotoblog betreibt. Wenn jemand das Buch nun selbst lesen möchte, verleihe ich es gerne. Und da mir diese „Rezension“ leider nicht so gut gelungen ist, wie ich das eigentlich geplant hatte, liefere ich euch hier noch einige Zitate, die mir besonders gut gefallen haben (der Titel dieses Eintrags ist auch eins davon, es stammt von Liivika Tärk, die an der Entstehung des Buches mitgearbeitet hat).

"Mein Estland"
„Mein Estland“

„I love the English language, which has given me the best opportunity to do the work I enjoy, but for the Estonian language even the word love is not enough. It hurts when the beauty of it is violated, just like it hurts when people do not wish to appreciate what we have got.“ (Kristi Tarand, Übersetzerin der Texte im Buch)

„Patriotism is not a heroic or morally superior trait as it is sometimes presented. It is a natural form of existence. If we try to overemphasize it, it will seem like there is too little of it and that we are afraid that there is not enough. It is downright tragicomic. We act surprised that we care for our country. But what is there to be surprised about?“ (Jaak Jõerüüt, Schriftsteller und estnischer Botschafter in Riga)

„I’m not afraid that our language will disappear. On the contrary – I’m certain that Estonians will grow like grass, like stubborn bellflowers through stone walls if needed, and sway there, in the wind, alone and lopsided, perhaps, but lightly, just like those rooted on the softest meadow, in their native soil, amongst their kind.“ (Aigi Vahing, in New York lebende Schauspielerin und Schriftstellerin)

„I think that being Estonian has given Estonians a lot of strength. Respect for their own nation has inspired people to do many a beautiful and great thing.“ (Mikko Fritze, in Finnland geborener deutscher Staatsbürger, der einen bedeutenden Teil seines Lebens in Estland verbracht hat)

„Who am I? My mother, father and brothers live in Russia and I have a close relationship with them, but my family and home are in Estonia. I do not miss Moscow, I feel better in the peaceful rhythms of Estonia. Another reason may be that my childhood and youth in Moscow were not too easy, among the millions of people in a big city it was difficult to be somebody. […] I have always felt I live together with this country.“ (Anna Levandi, die ihren estnischen Ehemann bei den Olympischen Winterspielen in Calgary/Kanada kennenlernte)

„I want there to be a change in thinking. If we want to be Estonians in a hundred years’ time, we should become Estonians now. Leading an existence that is close to Nature might help us again. At the time when global thinking, objects and actions threaten to bury us beneath their garbage, one feels the need for something different.“ (Evar Riitsaar, Künstler)

„Isn’t it interesting that when kids are asked to draw a home, town children of several generations still draw a small gabled house with a small window and a chimney with smoke coming out, surrounded by a garden with flowers and animals in it?“ (Anu Raud, Schäferin)

„Sometimes it seems to me that Estonia is like a family member, someone with whom I can be happy or troubled. We have tamed each other […].“ (Pärt Uusberg, Musikstudent und Schauspieler, bekannt aus dem Film „Klass“)

„[…] A more beautiful word than the Estonian öö (night) I have not discovered yet.“ (Jaak Tuksam, Tischler)

„It is a key issue whether we have some greater idea about Estonian identity that would explain our existence and help us to survive. If we found it and it were developed by every government, whatever their party or coalition, Estonia could dare dream. But if we have only stupid slogans, monuments and pragmatism, history will state: ‚There once was an Estonian. And [it] was his own fault.’“ (Erko Valk, Umweltaktivist?)

„For Estonians I am a Russian. And, you know, in Russia I am called an Estonian. What I am not, however, is an alien. I am a Russian cosmopolite whose homeland is Estonia. And I want my child to be able to use all the opportunities Estonia offers.“ (Pavel Gontšarov, Richter)

„The Estonian sounds vary from the silence of snow to the powerful singing of the united choirs at the song festival.“ (Tiiu Kuik, in New York lebendes Model)

„What I like about Estonians is something expressed with a beautiful word, aasimine. It is not jealousy, nor envy, neither is it hatred, it is aasimine – gently ribbing someone.“ (Peeter Volkonski, Musiker, Schriftsteller und Schauspieler)

„I am so sorry for my good friend Marii who dreamed of becoming a basketball player. Her coach said that she was a natural. She lived in Urvaste but trained in Võru. There was only one bus that she could use to get there. But then the bus line was closed down, she had no possibility to get to Võru, and this was the end of her dream. […] I have a wish that the WHOLE of Estonia were happy. The country where no inhabitant lacks the necessary things only because he or she lives at a ‚wrong’ place.“ (Grete Helena Kütt, Schülerin)

„What I like the most about Estonia is that, on the one hand, it is still the way it used to be when I was a child, but, on the other hand, so many things have changed since I first came here. I like seeing how things develop, how they move on, but at the same time it is reassuring to find that a lot of places still look the same as 14 years ago, that Estonian nature is still so very beautiful.“ (Eva S., deutsche Studentin, Praktikantin und Bloggerin, die sich einfach mal vorgestellt hat, was sie geschrieben hätte, wenn man sie um einen Beitrag zu dem Buch gebeten hätte)

"Danke an die Menschen"
„Danke an die Menschen“

Mein Koffer ist übrigens gepackt, morgen geht es für 10 Tage nach Deutschland! Ich freue mich sehr! Zum Schluss noch ein kleiner Adventsgruß vom Eesti Rahvusarhiiv (Estnisches Nationalarchiv), klickt dafür einfach auf diesen Link.

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3 Gedanken zu “„See raamat on armastuskiri Eestile – This book is a love letter to Estonia“

  1. Großartig! Und das noch am „Packtag“ vor dem Heimatbesuch verfasst! Eine ganz tolle Rezension, ein Essay über die estnische Seele. Schöne Idee auch, Dich am Ende selbst noch in die Lage der Befragten zu versetzen. Wieso hältst Du denn diesen Text für nicht ganz so gelungen, wie Du es geplant hattest? –
    Dieses Buch werde ich auch lesen. Entdeckt hatte ich es bereits im letzten Sommer in der großen Buchhandlung im Kaubamaja in Tartu . . .
    Evi, ich bin stolz auf Dich. Und immer wieder beeindruckt, welch große Faszination dieses kleine Land auf Dich ausübt, das wir seit 1998 alljährlich mit Euch Kindern besucht haben. Längst vergessen, dass es da ein paar Sommer gab, in denen Ihr – damals im Teenie-Alter – klagtet, im Baltikum sei der „Hund begraben“ . . .

    1. Oh, vielen Dank! =) Ich weiß auch nicht, ich hatte mir vorgestellt, dass ich daraus mehr machen könnte. Aber vielleicht mach ich mir irgendwann mal die Mühe und baue den Text noch aus.

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