Ehitusplats

Ehitusplats ist das estnische Wort für Baustelle, und es beschreibt das, was dieser Blog über die nächsten Tage oder auch Wochen sein wird. Hier wird nämlich einiges umgebaut. Einige haben mich gefragt, was aus dem Blog wird, wenn ich nicht mehr in Estland bin. Nun bin ich seit drei Wochen wieder in Deutschland, was aus Eva wird, ist – zumindest mittelfristig – klar: erstmal wird nächsten Dienstag endlich umgezogen, dann beginnt Mitte März mein fünftes Semester. Aber was wird aus evaestonia, meinem WordPress-Ich?

Ich hatte da schon länger eine Idee im Hinterkopf, wusste aber nicht, ob ich sie wirklich umsetzen will/kann/soll. Aber jetzt denke ich mir, ich probier es einfach. Und zwar hat, wie euch vielleicht aufgefallen ist, der Blog seinen Untertitel „Mein Praxissemester in Tartu“ verloren, denn dieses ist nun mal vorbei. Stattdessen steht dort oben nun „estnische Spuren“. Denn bei meinen Überlegungen zur möglichen Zukunft des Blogs wurde mir klar, dass Estland immer irgendwie eine Rolle in meinem Leben gespielt hat, seit ich zum ersten Mal dort war, und dass es das auch immer tun wird: Meine Eltern fahren fast jeden Sommer hin, auch meine Schwester wird dieses Jahr wieder dort sein, ich habe noch Kontakt zu einigen Leuten aus Tartu, an den Wänden und in den Regalen der neuen Wohnung wird so einiges Estland-bezogenes einen Platz finden, ich möchte mein Estnisch weiter aufbessern (und vor allem nichts von dem vergessen, was ich schon kann), und spätestens 2014 selbst wieder nach Estland fahren, und so weiter und so fort. Zudem hat das halbe Jahr in Tartu natürlich auch noch seine „Nachwirkungen“, ich werde es so schnell nicht vergessen.

Langer Rede kurzer Sinn: ich möchte in Zukunft in diesem Blog über besagte „Spuren“ berichten. Das kann ganz unterschiedlich ausfallen, und es muss dabei auch nicht immer (nur) um Dinge gehen, die ich selbst erlebe. Ich bin mir durchaus bewusst, dass das wahrscheinlich nicht mehr so viele Leute interessieren wird wie meine Erlebnisse in Tartu, und dass ich wohl auch weniger regelmäßig posten werde als während des Praxissemesters. Wie gesagt, es ist mehr eine Art Experiment, wie viel dabei rumkommen wird, wird man sehen. Einige konkrete Ideen für Posts habe ich allerdings schon. Jedenfalls wird sich der Blog in der nächsten Zeit verändern, aber man wird immer noch die alten Einträge und Fotos sehen können. Ich möchte aber auch noch betonen, dass ich nicht den Anspruch habe, immer über alles zu berichten, was in Estland gerade passiert.

Das Bloggen hat mir jedenfalls viel Spaß gemacht im letzten halben Jahr, auch wenn es oft ziemlich viel Zeit in Anspruch genommen hat (ich bin viel zu perfektionistisch, was Formulierungen angeht, und zudem auch nicht super begabt, was z. B. Fotobearbeitung und solche Dinge angeht). Ich würde gerne weiter bloggen, aber das Estland-Thema ist natürlich relativ eingeschränkt, weshalb ich mir überlegt habe, zusätzlich zu diesem Blog noch einen anderen zu eröffnen, auf dem ich einfach poste, was mir gerade in den Sinn kommt. Aber das ist alles noch eine ziemlich vage Idee, die erst noch ein bisschen reifen und sich konkretisieren muss, bevor sie umgesetzt oder vielleicht auch wieder verworfen wird. Die nächsten Tage werden durch den Umzug erstmal gut stressig werden, aber danach habe ich (hoffentlich) wieder Zeit für solche Dinge.

Am Sonntag ist übrigens iseseisvuspäev, Tag der Unabhängigkeit Estlands, nicht zu verwechseln mit dem 20. August (hier schrieb ich darüber), denn an diesem Tag wird die Wiedererlangung der Unabhängigkeit (taasiseseisvumispäevgefeiert. Am 24. Februar geht es hingegen um die Unabhängigkeit von 1918, während im August die von 1991 gefeiert wird. Ich habe eine schöne Aktion zum iseseisvuspäev entdeckt: „Eesti Minut“ (Estnische Minute). Es handelt sich dabei um eine Fotoaktion, und zwar werden alle, die sich am Sonntag irgendwo in Estland aufhalten, dazu aufgefordert, in der Minute von 13:00 Uhr bis 13:01 Uhr ein Foto zu machen von dem, was sie in diesem Moment in Estland sehen, und zwar – ich zitiere – „egal, ob du im Wald bist oder bei der Arbeit, ob du am Festtagstisch sitzt oder zu Hause beschäftigt bist“. Die Bilder werden gesammelt und an das Estnische Nationalmuseum in Tartu übergeben und auch in der Sendung „Terevisioon“ im estnischen Fernsehen gezeigt (wobei ich nicht entnehmen konnte, ob es dabei um alle Bilder geht oder nur um die besten, aber jedenfalls darf jede Person nur genau ein Foto einschicken). Ich finde die Idee echt super, wäre fast ein Grund, übers Wochenende mal eben kurz nach Estland zu fliegen, aber so kurzfristig müsste ich dafür zwischen 500 und 1000 Euro hinblättern und … ähm, nein. Sollte das hier aber jemand lesen, der gerade in Estland ist, mach mit (das Ganze richtet sich ausdrücklich auch an Besucher des Landes)! Mehr Infos findet hier auf der oben verlinkten Internetseite, allerdings nur auf Estnisch. 

So, zum Abschluss kommt hier noch ein Street-Art-Foto, das ich beim letzten Mal vergessen hatte:

"Alles ist in Ordnung"(Turu, Januar 2013)
„Alles ist in Ordnung“
(Turu, Januar 2013)

Vielleicht verschicke ich das das nächste Mal, wenn ich per Internet gefragt werde, wie es mir geht …

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s