Estnischer Sommer … zum Schmecken

Momentan in Tartu: 23 Grad und Sonnenschein. Momentan in Stuttgart: 12 Grad und Dauerregen.

Deshalb dachte ich mir: Wenn ich den estnischen Sommer schon nicht erleben kann, dann will ich ihn wenigstens schmecken. Und womit ginge das besser als mit einem Rezept aus einem meiner estnischen Backbücher? In dem Buch „Krõbedad Küpsised“ („Knusprige Kekse“) fand ich ein Rezept für Kekse, die ich hier einfach mal als „estnische Sommerkekse“ betiteln möchte. Denn sie enthalten Kardamom, ein Gewürz, das in der estnischen und skandinavischen Küche – anders als in Deutschland – nicht nur für Weihnachtskekse und -desserts verwendet wird. Und sie enthalten außerdem etwas, was wohl jeder, der schonmal einen nordischen Sommer erlebt hat, ganz klar damit verbindet: Beeren. Eigentlich soll man  Preiselbeeren verwenden, da ich die nicht hatte, habe ich stattdessen rote Johannisbeeren genommen. Hauptsache rot und sauer (denn der Teig ist ziemlich süß). Wenn ihr auch genug habt von dem Mistwetter da draußen oder euch einfach an schöne Sommertage im Norden erinnern wollt, probiert diese Kekse!

Estnische Sommerkekse

So heißen die Kekse eigentlich: "Knusprige Preiselbeer-Haferkekse"
So heißen die Kekse eigentlich: „Knusprige Preiselbeer-Haferkekse“

Zutaten für ca. 30 Stück:

  • 200 g weiche Butter oder Margarine
  • 230 g Zucker
  • 10 g Vanillezucker
  • 1 Ei
  • 240 g Mehl
  • 100 g Haferflocken
  • 1 TL Kardamom (da ich Kardamom sehr gerne mag, habe ich 1 1/2 TL genommen)
  • 1 TL Backpulver
  • 150 g Preisel- oder rote Johannisbeeren

Zubereitung:

  • Butter, Zucker, Vanillezucker und Ei schaumig schlagen.

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  • Mehl, Haferflocken, Kardamom und Backpulver mischen.

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  • Die Mehlmischung unter die Buttermischung rühren (das Ganze wird relativ fest, man braucht aber nicht unbedingt Knethaken).

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  • Den Teig 15 Minuten ruhen lassen.
  • Danach pro Keks etwa 2 TL Teig als Häufchen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech geben und flach drücken (am besten tunkt man dazu den Löffel in etwas kaltes Wasser).

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  • Die Beeren waschen. Auf jeden Keks ein paar Beeren geben. Da die Beeren beim Backen Saft abgeben und etwas auseinanderlaufen, genügen ca. 6-8 Beeren pro Keks.

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  • Bei 200 ° (Umluft) backen. Wenn man die Kekse gerne knusprig haben möchte, sollte man sie etwa 15 Minuten im Ofen lassen, für weichere Kekse genügen etwa 10 Minuten.

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  • Kekse abkühlen lassen, in einer Blechdose aufbewahren und bei akutem Sonnen- und Wärmemangel zugreifen.

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Wie passend übrigens, dass FluxFM „Good Man Down“ von der estnischen Band Ewert and the Two Dragons spielte, während ich den Teig anrührte … Nach diesem Ausflug in die Küche und in den estnischen Sommer (letzteres leider nur gedanklich), jetzt noch ein kleiner virtueller Ausflug in den estnischen Wald, genauer gesagt in das Gebiet Alutaguse im Landkreis Ida-Virumaa. Das ist das größte Waldgebiet Estlands. Beim Stöbern im Internet entdeckte ich, dass man dort jetzt Braunbär-Safaris buchen kann. Für 110 Euro pro Person kann man in Gruppen mit einem Guide durch den Wald streifen und Bären beobachten, An- und Abreise von bzw. nach Tallinn, Übernachtung und Verpflegung inklusive. Würde ich sehr gerne mal machen! Nähere Infos gibt es  hier (auf Englisch). Auf dieser Homepage kann man sich auch über andere Möglichkeiten des Aktivurlaubs in Estland informieren.

Ein schönes Restwochenende wünsche ich euch, auch bei diesem grauen, nassen Mistwetter!

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3 Gedanken zu “Estnischer Sommer … zum Schmecken

  1. Kannst Du eigentlich Gedanken lesen? ;o) Neulich habe ich überlegt, wie ich an ein estnisches Rezept für Gebäck komme, bin aber erst einmal aus Zeitgründen wieder davon abgekommen. Estnische Koch- und Backbücher nützen mir ja leider nicht so irre viel … Das/Dein Rezept klingt jedenfalls seeehr gut und die Bilder machen Lust aufs Ausprobieren. Hoffe, ich schaffe es nächste Woche.

    Stimmt, Kardamom ist auch bei uns in Schweden zu allen Jahreszeiten beliebt – ebenso wie Zimt. Feine Sache!

    1. Über zwei Monate später … sind bei mir die Johannisbeeren im Garten reif, und ich habe heute endlich Dein Rezept ausprobiert: Die Kekse schmecken sehr, sehr lecker, und die Verbindung von süßem Teig mit säuerlichen Früchten ist einfach grandios. :o)

      (Ein Beweisfoto, dass ich auch wirklich gebacken haben, muss ich leider schuldig bleiben; ich weiß nicht, ob und wie man hier Fotos in einen Kommentar einfügen kann.)

      1. Ui, das freut mich! =) Ich glaub, man kann in Kommentare keine Fotos einfügen, aber sicher bin ich nicht. Trotzdem danke für den Kommentar, auch nach langer Zeit freu ich mich noch!

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