Uudised – Neuigkeiten

Von mir hat man länger nichts gelesen, weder hier noch auf meinem anderen Blog. Das lag zum Einen daran, dass wir über eine Woche lang kein Internet in unserer Wohnung hatten, und zum Anderen daran, dass ich mitten in der Klausurphase stecke. Zwei von drei Klausuren hab ich schon hinter mir (eine lief ziemlich gut, die andere eher weniger). Die letzte steht am Montag an und ich gönne mir vor dem Lernstress-Wochenende mal eine Pause und blogge ein wenig. Ab Montag Nachmittag hab ich dann auch wieder mehr Zeit dafür. Heute gibt’s erstmal ein paar Estland-bezogene Neuigkeiten aus den letzten Wochen.

Vor einiger Zeit bekam ich ein Paket aus Estland. Wie mir schon per Mail angekündigt worden war, schickte mir das Ajalooarhiiv eine Ausgabe des „Atlas of Damage Descriptions of Archival Materials“ (estnisch: „Arhiivimaterjalide kahjustuste atlas“), den ich im Rahmen meines Praktikumsprojekts ins Deutsche übersetzt hatte. Es war schon was Besonderes, ein Paket mit dem Absender „National Archives of Estonia“ im Briefkasten zu haben. Der „Atlas“ ist dicker und hochwertiger geworden als ich erwartet hatte. Er ist sehr aufwendig gestaltet mit vielen professionellen Bildern, die ich ja schon als Arbeitshilfe für die Übersetzung bekommen hatte. Meine deutsche Fassung ist noch nicht online, aber Ruth, die Chefin der Restaurierungsabteilung, schrieb in ihrer Mail nochmal, dass sie auf jeden Fall bald zur Verfügung stehen wird. Außerdem bedankte sie sich noch einmal für meine Arbeit – es war schön, das nach fast einem halben Jahr nochmal zu lesen.

Das Cover. Die Farben am Rand stehen für den im Atlas verwendeten Farbcode, der angibt, wie gravierend ein Schaden ist, bzw. wie dringend man Maßnahmen dagegen ergreifen sollte
Das Cover. Die Farben am Rand stehen für den im Atlas verwendeten Farbcode, der angibt, wie gravierend ein Schaden ist, bzw. wie dringend man Maßnahmen dagegen ergreifen sollte
So sieht es von innen aus. Für jeden Schaden gibt es je drei illustrierte Seiten, eine auf Englisch, eine auf Estnisch und eine auf Lettisch
So sieht es von innen aus. Für jeden Schaden gibt es je drei illustrierte Seiten, eine auf Englisch, eine auf Estnisch und eine auf Lettisch
Hinten drauf findet man die Logos der beiden beteiligten Nationalarchive
Hinten drauf findet man die Logos der beiden beteiligten Nationalarchive

Am 12. Juli beginnt das Phono-Pop-Festival, auf dem auch die – international gesehen – bisher wohl erfolgreichste estnische Indie-Band spielen wird: Ewert and the Two Dragons (von mir hier auch bereits mehrfach erwähnt). Sie spielen gleich als dritte Band am ersten Festival-Abend. Nachdem sie während meinem halben Jahr in Tartu überall gespielt haben, nur nicht in ihrem Heimatland, erhalte ich nun also endlich die Gelegenheit, sie live zu sehen. Ich bin schon sehr gespannt darauf, denn ich mag ihre Musik sehr gerne. Natürlich werde ich über ihren Auftritt beim Phono Pop berichten. In naher Zukunft würde ich hier gerne auch ein paar andere estnische Bands vorstellen. Geplant sind für diesen Blog momentan außerdem noch eine Fotoserie über estnische Spuren in unserer Wohnung (denn hier sieht man überall, dass wir Estland sehr mögen), und ein Post über das Buch „Meie Eesti/Our Estonia“, das ich meinem Vater letztes Jahr zu Weihnachten geschenkt und mir nun ausgeliehen habe.

Noch diesen Monat werden sowohl meine Eltern als auch meine Schwester Estland bereisen. Meine Eltern verbringen wie fast jedes Jahr einige Zeit in „unserem“ grünen Haus in Otepää und fahren danach noch für eine Woche mit dem Zug nach Sankt Petersburg. Laura und Christoph machen eine kleine Baltikum-Rundreise und bleiben auch für ein paar Tage in Otepää. Ich bin sehr neidisch, da ich selbst es diesen Sommer nicht schaffen werde, nach Estland zu fliegen, aber ich freue mich auch darüber, dass meine Familie sich mal wieder für Estland entschieden hat. Und von den vielen Fotos, die sie machen werden (mein Vater und Laura sind beide sehr gute Fotografen), habe ich ja letztendlich auch was. Stephan und ich fahren Ende des Monats für zehn Tage nach Schwerin und damit immerhin in eine Partnerstadt von Tallinn. Natürlich werde ich mich auch da auf die Suche nach eventuellen estnischen Spuren machen. Mit Kiel und Lüneburg liegen außerdem eine weitere Partnerstadt von Tallinn sowie eine von Tartu nicht allzu weit entfernt. Die Landschaft an der Mecklenburgischen Seenplatte soll ja auch der estnischen ähnlich sein. So wird bei uns bestimmt ebenfalls etwas Estland-Feeling aufkommen. Und wer weiß? Vielleicht begegnet meinem Vater und mir ja auch bei unserer Island-Reise Ende August irgendwas Estnisches.

Eine Frage, die mich im Moment sehr beschäftigt, ist die nach einem Thema für meine Bachelor-Arbeit, mit der ich unmittelbar nach der Rückkehr aus Island anfangen muss. Meine Mutter hatte eine schöne Idee, die mit Estland zu tun hatte, es ging um ungewöhnliche Bibliotheken wie die am Tallinner Flughafen oder im Tartuer „Genialistide Klubi“. Das habe ich allerdings verworfen, da ich (unter anderem im Hinblick auf meine Bewerbungen für einen Master) lieber über ein zumindest halbwegs literaturwissenschaftliches Thema schreiben würde, und mir außerdem Zeit und Geld für eine Forschungsreise nach Estland fehlen. Aber vielleicht kann ich aus dieser Idee eines Tages ja wenigstens mal einen Blog-Post oder etwas anderes machen. Trotzdem überlege ich, ob ich meine Erfahrungen aus der Zeit in Tartu und mein sonstiges Estland-Wissen irgendwie in meiner Bachelor-Arbeit nutzen kann. Ich muss allerdings zugeben, dass ich mich mit estnischer Literatur so gut wie gar nicht auskenne. Und mir fällt auch kein konkretes Thema in diesem Rahmen ein. Wenn also jemand Ideen hat, immer her damit!

Letzte Woche Montag war einer der wichtigsten estnischen Feiertage, nämlich Jaanipäev. Dieser wird ähnlich gefeiert wie Mittsommer in Schweden. In ganz Estland werden am Vorabend (der 23. Juni heißt auch Jaanilaupäev oder Jaaniõhtu) Lagerfeuer entzündet, und es gibt die Tradition, über diese Feuer zu springen. Das soll Glück und Reichtum bringen. Außerdem wird getanzt und – wie sollte es in Estland auch anders sein? – gesungen. Leider habe ich selbst noch nie einen Jaanipäev in Estland erlebt. Aber ich habe ein Video gefunden über die Feier einiger in London lebender Esten zum Jaanipäev 2008. Daran haben auch Engländer teilgenommen, und ich glaube, die Stimmung war der einer echten estnischen Feier sehr ähnlich. Wie ein estnischer YouTube-User so schön in einem Kommentar zu dem Video schreibt (sinngemäß): „Wenn du zur Jaanipäev-Feier nicht in Estland sein kannst, mach dir selbst eine!“

Das war es für heute, bis bald mal wieder!

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