Verspätete estnische Minuten

Heute will ich euch nur ganz kurz das Ergebnis einer Aktion zeigen, die ich in einem früheren Post erklärt und verlinkt habe: „Eesti Minut“. Es ging dabei um den iseseisvuspäev, den Tag der Unabhängigkeit Estlands, der jedes Jahr am 24. Februar gefeiert wird. Für die Aktion wurden dieses Jahr alle, die sich an diesem Tag irgendwo auf estnischem Boden aufhielten, aufgefordert, zwischen 13:00 Uhr und 13:01 Uhr ein Foto von dem zu machen, was sie gerade sahen oder taten. Ich hatte die Aktion schon vergessen, aber da heute der 24. Oktober ist, also genau acht Monate vergangen sind, fiel sie mir wieder ein, und ich habe mich gefragt, was wohl bei der Sache herausgekommen ist. Die Antwort lautet: Jede Menge tolle Fotos von Menschen, Tieren, Natur, Schnee, Eis, Traditionen, … eine wunderbare Sammlung, die man sich auf der Homepage der Aktion anschauen kann, nach Landkreisen geordnet. Es sind so viele Bilder, dass man fast das Gefühl bekommen kann, dass wirklich jeder, der zu dem Zeitpunkt in Estland war, eins eingeschickt hat. Natürlich merkt man, dass viele Bilder gestellt sind, viele haben extra eine Fahne oder etwas anderes Typisches fotografiert, aber es gibt auch jede Menge Bilder, die einfach einen Sonntag im estnischen Winter zeigen. Man erhält Einblicke in estnische Häuser und Familien, sieht, womit sich die Leute beschäftigen, was sie essen, womit ihre Kinder spielen, … Es gibt auch einige sehr kuriose Bilder, zum Beispiel lag im Landkreis Tartumaa jemand nur mit einer Badehose bekleidet auf einem Handtuch im Schnee – garantiert eins der gestellten Fotos, aber trotzdem witzig. Und es sind auch Kunstwerke darunter, jemand hat den an diesem Tag perfekt blauen Himmel, darunter eine Reihe schwarzer Bäume und darunter den Schnee fotografiert – eine ganz natürliche estnische Fahne. Ich hätte wirklich gerne ein Buch mit einer Auswahl dieser Fotos.

Also, schaut euch die Bilder – jedenfalls ein paar davon – an! Wer schon einmal in Estland war, wird einiges wiedererkennen und bei vielen Bildern denken: Das ist wirklich typisch estnisch. Wer noch nie in Estland war, wird durch diese Bilder sicherlich Lust bekommen, das Land so bald wie möglich zu besuchen. Durch die Einteilung der Bilder in die Landkreise, in denen sie entstanden sind, kann man auch die Eigenheiten der einzelnen Gegenden erkennen. Ein bisschen schade ist es allerdings, dass nicht angegeben ist, wo genau die Bilder entstanden sind, allerdings kann man die größten Städte ziemlich leicht erkennen, wenn man sie kennt. Meine Vorfreude auf die Silvesterreise ist jetzt auf jeden Fall noch größer. Und ich frage mich, was wohl dabei herauskommen würde, wenn man so eine Aktion einmal am 3. Oktober in Deutschland durchführen würde …

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s