Mal was anderes

… Und zwar etwas, das nicht oder zumindest nicht direkt mit Estland zu tun hat. Ich durfte mitmachen bei der Aktion „Ein Backbuch auf Wanderschaft“, die auf dem Blog „Bambi backt“ gestartet wurde. Dabei reist das Buch „Backen für Angeber(innen)“ von Ruth Moschner quasi einmal quer durch Deutschland. Jeder, der mitmacht, sucht sich ein Rezept aus, backt es nach und berichtet dann auf seinem Blog darüber. Gestern kam das Buch dann bei mir an. Es wurde schon mit vielen Post-Its von den Teilnehmern vor mir versehen, denn es war Teil der Aufgabe, Kommentare zu hinterlassen.

Ich habe mich für den Glögg-Kuchen entschieden, da ich wegen dem Bachelorarbeits-Stress (habe heute abgegeben, juhu!) noch so gut wie gar nicht zum Weihnachtsbacken gekommen bin und jetzt was halbwegs Weihnachtliches machen wollte. Außerdem ist glögi ja auch in Estland ein beliebtes Wintergetränk und auf dem Tallinner Weihnachtsmarkt in den verschiedensten Varianten erhältlich. Hier ist nun erstmal das Rezept. Ich habe ein paar Sachen abgeändert und präsentiere euch das Rezept nun mit diesen Abwandlungen:

Glögg-Kuchen

Zutaten:

  • 1/4 Liter Rotwein
  • 1/2 TL gemahlener Ingwer
  • 1 Nelke
  • 1/2 Tl Zimt
  • 1/2 TL gemahlener Kardamom
  • 1 ausgekratzte Vanilleschote (z. B. Rest vom Keksebacken)
  • 250 g Butter oder Margarine
  • 130 g Zucker
  • 20 g Vanillezucker (am besten selbstgemachter)
  • 4 Eier
  • 200 g Mehl
  • 1 Prise Salz
  • 50 g Puderzucker
  • 50 gemahlene Mandeln
  • 50 g Mandelstifte

Zubereitung:

  • Den Rotwein erwärmen. Nelke, Zimt, Kardamom und Vanilleschote zugeben und den gewürzten Wein aufkochen lassen.
  • Bei mittlerer Hitze solange köcheln lassen, bis nur noch etwa die Hälfte der Flüssigkeitsmenge übrig ist (oder auch „einreduzieren“, wie die TV-Köche immer sagen). Abkühlen lassen.
  • Butter und Zucker schaumig rühren. 3 Eier zugeben, das vierte Ei trennen und davon nur das Eigelb zufügen. Das Eiweiß aufheben.
  • Mehl und gewürzten Wein zugeben und alles gut verrühren.
  • Diesen Teig in eine gefettete Form füllen.
  • Das übrige Eiweiß mit dem Salz steif schlagen.
  • Puderzucker sieben (das ist hierbei wirklich wichtig) und zum Eiweiß geben. Verquirlen.
  • Gemahlene Mandeln und Mandelstifte zum Eiweiß geben und mit einem Löffel unterziehen.
  • Die Eiweißmischung esslöffelweise auf den Teig in der Form geben und etwas mit dem Teig verrühren, ähnlich wie beim Marmorkuchen. Das geht allerdings nicht so gut, da die beiden „Teige“ von sehr unterschiedlicher Konsistenz sind.
  • Den Kuchen bei 175° (Umluft) etwa 45 Minuten backen. Nach 25-30 Minuten mit Alufolie abdecken (war jedenfalls bei unserem Ofen nötig, sonst wär der Kuchen oben verbrannt).

IMG_4469

Der Kuchen war leicht zu backen, braucht aber etwas Zeit, weil man eben erst den Wein einkochen und dann abkühlen lassen muss. Während der Teig im rohen Zustand noch stark nach Glühwein schmeckte, ist der Geschmack beim fertigen Kuchen leider größtenteils verflogen und nur noch im Nachgeschmack leicht vorhanden. Eigentlich sollte der Kuchen noch mit einer Mischung aus Waldfruchtgelee und Rum überzogen werden, aber das habe ich weggelassen, da wir einige Stücke morgen als Proviant für die Fahrt in die Heimat mitnehmen wollen und der Überzug dafür zu klebrig wäre. Stattdessen hab ich einfach Puderzucker drüber gesiebt. Die Rosinen, die eigentlich in den Teig sollten, habe ich auch weggelassen, ich mag nämlich keine Rosinen. Der Kuchen ist ziemlich weich und wäre beim Stürzen fast kaputtgegangen, obwohl im Buch was von „knackig“ steht. Er ist lecker und nicht zu süß (jedenfalls nicht, wenn man trockenen Rotwein verwendet), aber irgendwie nichts wirklich Besonderes und letztendlich auch nicht wahnsinnig weihnachtlich. Die Idee mit dem makronenartigen Mandelteig finde ich gut, habe ich mir im fertigen Kuchen aber besser vorgestellt. An den Stellen mit den Mandeln dominieren diese den Geschmack ziemlich stark, so dass noch weniger vom Glühwein schmeckbar ist. Beim nächsten Mal würde ich mehr von den Gewürzen verwenden, dann schmeckt das Ganze sicher weihnachtlicher. Und mit dem Überzug bestimmt auch.

Es hat Spaß gemacht, bei der Aktion mitzumachen, vor allem, weil sich meine Vorgängerinnen wirklich alle sehr viel Mühe beim Kommentieren der Rezepte gemacht haben. Das Backbuch enthält auch einige Rezepte, die sehr gut aussehen und positiv bewertet wurden. Manche allerdings kamen nicht gut an, eine solche „Vorwarnung“ hätte ich mir bei so einigen Rezepten aus anderen Büchern auch gewünscht. Ich finde es gut, dass bei der Aktion Wert darauf gelegt wird, dass alle die Rezepte ehrlich kommentieren, es ist also keine reine Werbemaßnahme für das Buch. Wer mehr über die Aktion wissen will, kann auf dem oben verlinkten Bambi-Blog auf den entsprechenenden Button klicken.

Bald gibt es wieder einen richtig estlandbezogenen Post, denn inzwischen stehen unsere Pläne für den Urlaub fest. Ich verrate schonmal so viel: wir werden in vier verschiedenen Städten übernachten und auch sonst (hoffentlich) eine Menge erleben. Morgen geht es erst einmal in die Heimat und von da aus nächste Woche Freitag nach Tallinn fliegen. Wir freuen uns schon sehr!

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