Feierlicher Kuchen

Wie der eine oder andere vielleicht aus meinem Post über estnische Flaggentage behalten hat, ist heute iseseisvuspäev, also Unabhängigkeitstag, oder auch Eesti Vabariigi aastapäev (Jahrestag der Estnischen Republik). Zu diesem Anlass wird in vielen estnischen Familien Kuchen gebacken und gegessen, es ist fast ein bisschen wie der Geburtstag eines Verwandten oder Freundes. Deshalb gibt es hier heute auch ein Kuchenrezept. Es ist vielleicht nicht der typischste estnische Kuchen, aber das Rezept stammt aus einem estnischen Kochbuch, und zwar dem über piim (Milch), das zu den Mitbringseln von meinem letzten Estland-Aufenthalt gehört. Der Kuchen trägt eigentlich den Namen kihiline kohupiimakook, was so viel heißt wie „geschichteter Quarkkuchen“, aber ich nenne ihn lieber kollane kook, also „gelben Kuchen“, denn er ist wirklich schön gelb, passend zur Sonne, die momentan sowohl über Stuttgart als auch über Tartu lacht (in der Webcam könnt ihr außerdem auch die Fahne sehen, die am Tartuer Rathausplatz gehisst wurde).

Kollane kook

Zutaten:

  • 250 g trockene Kekse
  • 100 g Butter oder Margarine
  • 100 g Marzipan-Rohmasse
  • 2 EL gemahlener Mohn
  • 1 kg Quark, am besten Vanillequark (siehe Anmerkung unten)
  • 1-2 Eier
  • 1 Eigelb
  • 2-3 EL Speisestärke
  • evtl. eine Vanilleschote und/oder Vanillezucker

Zubereitung:

  • Die Kekse (ich habe Butterkekse mit kleinen Schokostückchen drin genommen, aber ihr könnt alles Mögliche nehmen, solange die Kekse trocken und nicht gefüllt sind) zerbröseln. Das geht ganz gut, wenn man sie in einen Gefrierbeutel gibt und mit dem Nudelholz drüberrollt.
  • Die Butter oder Margarine schmelzen und mit den Keksbröseln mischen. Eventuell einen kleinen Schuss Wasser zugeben.
  • Die Keks-Masse auf dem Boden einer Springform verteilen und andrücken. Im Originalrezept ist die Rede von einer Form mit 20 cm Durchmesser, damit wird der Boden meiner Meinung aber viel zu dick, deshalb habe ich eine 26-cm-Form genommen. Ich habe die Form mit Backpapier ausgelegt, würde sie beim nächsten Mal aber lieber einfetten, da beim Anschneiden des Kuchens ein bisschen von der Quarkschicht am Papier hängen blieb, was Risse in der Oberfläche verursacht hat.
  • Die Marzipan-Rohmasse reiben (das geht am besten, wenn sie vorher im Kühlschrank gelagert wurde oder ihr sie für circa 15 Minuten in den Gefrierschrank legt) und mit dem Mohn mischen. Das ist etwas mühsam, aber mit ein bisschen Geduld schafft man es.
  • Die Marzipan-Mohn-Mischung streuselartig auf dem Keksboden verteilen.
  • Bei der Füllung kommt die genaue Menge der Zutaten darauf an, welchen Quark man verwendet. Ich hatte fertigen Vanillequark. Der ist allerdings hier in Deutschland, im Gegensatz zu estnischen Produkten, relativ flüssig. Auch normaler Quark ist nicht ganz so fest wie estnische kohupiim, aber auf jeden Fall fester als der Vanillequark. Wer diesen verwendet, sollte nur 1 Ei und 1 Eigelb verwenden und je nach Konsistenz der Masse 3 statt 2 EL Stärke zugeben. Wer normalen Quark nimmt, kann 2 Eier und nur 2 EL Stärke verwenden. Dann muss man mit Vanilleschote und/oder Vanillezucker natürlich selbst noch für den Vanillegeschmack sorgen und beachten, dass der Kuchen in diesem Fall nicht so schön gelb wird. In jedem Falle müssen alle Zutaten mit Hilfe eines Schneebesens gut verrührt werden.
  • Die Quarkmasse auf der Marzipanschicht verteilen und die Oberfläche glatt streichen (im Originalrezept kommt über die Quarkschicht noch Baiser, das war mir aber zu süß, deshalb habe ich es weggelassen).
  • Bei 180° den Kuchen circa 35 Minuten backen und anschließend noch etwa 10 Minuten im ausgeschalteten Backofen stehen lassen.
  • Nach dem Backen den Kuchen komplett auskühlen lassen und im Kühlschrank aufbewahren.
Der fertige Kuchen
Der fertige Kuchen
So sieht er angeschnitten aus
So sieht er angeschnitten aus

Sehr lecker! Ich wünsche euch allen nun einen schönen Resttag, vielleicht schwenkt ja der ein oder andere heute sein eigenes blau-schwarz-weißes Fähnchen.

Estnische Fahnen auf der Vabriku in Tartu, im Vordergrund das Haus, in dem ich gewohnt habe
Estnische Fahnen auf der Vabriku in Tartu, im Vordergrund das Haus, in dem ich gewohnt habe. Das Bild wurde im Jahr 2012 aufgenommen, am 20. August (taasiseseisvumispäev, Tag der Wiedererlangung der Unabhängigkeit), einem anderen Flaggentag.
Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s