Kunst in Bildern und Worten

Auch in Estland beginnt so langsam der Sommer, eine Zeit, in der man sich gerne draußen in der Natur aufhält. Passend dazu möchte ich euch die Gewinner des Fotowettbewerbs „Looduse Aasta Foto 2014“ (Naturfoto des Jahres 2014) vorstellen. Dieser Wettbewerb wird von Looduse Omnibuss (Naturbus), einem estnischen Naturclub, ausgerichtet. Das kategorienübergreifende Gewinnerfoto zeigt zwar Eisberge und damit ein winterliches Motiv, aber auf der Webseite kann man sich alle Bilder ansehen, die in den verschiedenen Kategorien weit gekommen sind. Das lohnt sich wirklich – nicht zuletzt, weil der von mir schon des Öfteren erwähnte Fotograf Remo Savisaar in der Kategorie  Loomaportreed (Tierporträts) erster und in der Kategorie Loomad tegutsemas (Tiere in Aktion) zweiter geworden ist. Mit einem Klick auf diesen Link könnt ihr euch alle Bilder anschauen. Es sind wirklich viele ganz tolle Werke dabei, die ich liebend gerne in unserer neuen Wohnung aufhängen würde.

Ich habe eine neue estnische Spur in Leipzig entdeckt! Vor etwa zwei Wochen fand hier und in Halle die lange Nacht der Museen statt. In diesem Rahmen habe ich unter anderem das Schulmuseum besucht. Und dort hängt an einer Wand zum Thema „Schule in aller Welt“ ein Bild von einer Seite aus einer estnischen Fibel. Ich hatte an dem Abend leider meine Kamera nicht dabei und konnte daher nur mit dem Handy ein Bild machen, das nicht sonderlich gut geworden ist, aber immerhin.

Die estnischen Kinder sollen Vornamen lernen, die mit K oder L beginnen.
Die estnischen Kinder sollen Vornamen lernen, die mit K oder L beginnen.

In Estland heißt das, was wir unter einer Fibel verstehen, übrigens Aabits, also ABC. Sehr lautmalerisch, wie ich finde. Im Leipziger Schulmuseum erfährt man unter anderem auch, wie häufig in internationalen Fibeln bestimmte Personen auftauchen. Das estnische Bild ist so gesehen sehr typisch, den laut den Statistiken, die im Museum gezeigt werden, kommen Eltern und Großeltern in so gut wie jeder Fibel in jedem Land vor. Es gab auch Angaben dazu, wie häufig welche Person in den Büchern beispielsweise näht oder strickt (wenig überraschend tun das Mütter und Großmütter am häufigsten). Ich hatte noch nie wirklich darüber nachgedacht, wie sehr Schulbücher die Realität in einem bestimmten Land reflektieren können – abgesehen davon, dass bei Textaufgaben in meinen Mathebüchern immer mindestens ein Kind auftauchte, dessen Vorname auf einen Migrationshintergrund hinwies. Es wäre bestimmt interessant, ganz gezielt estnische und deutsche Schulbücher zu untersuchen. Ich wette, Aktivitäten wie Pilze sammeln oder Langlauf-Ski fahren tauchen in estnischen Büchern deutlich häufiger auf als in deutschen …

Meine Schwester hat mich heute auf ein tolles Video aufmerksam gemacht, in dem jemand auf besondere Art und Weise die Stadt Tartu vorstellt. Das möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten!

Das Video gibt es auch auf Estnisch, erzählt von einer Frau, die, wie ich finde, eine sehr angenehme Stimme hat und so spricht, dass ich vieles verstehen kann. Das estnische Video findet ihr hier. So sehr ich Leipzig auch mag – ich vermisse Tartu, besonders, wenn ich solche Videos sehe. Dieses Jahr werde ich wohl nicht mehr nach Estland kommen, aber ich glaube, 2015 muss ich wieder hin. Stephan und ich haben schon festgestellt, dass es wirklich schwierig ist, Urlaub zu planen, wenn man eigentlich immer wieder an den gleichen Ort fahren will. Zum Glück geht es uns beiden gleichermaßen so mit Estland, aber eigentlich wollten wir ja noch eine ganze Menge anderer Länder (wieder) bereisen …

Zum Schluss noch ein klein bisschen „Werbung in eigener Sache“. Auf handlungsfrei, meinem anderen Blog, gab es ja in den letzten Wochen einige Gastposts zum Thema „Heimat“ zu lesen. Zum Abschluss dieser Serie habe ich vor ein paar Tagen meinen eigenen Text zu diesem Thema hochgeladen. Ihr ahnt es vielleicht: natürlich geht es in meinem Text unter anderem auch um Estland. Wer Lust hat, kann hier klicken und den Text nachlesen (und sich im Anschluss vielleicht auch noch den einen oder anderen Gastpost zu Gemüte führen, es lohnt sich!).

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4 Gedanken zu “Kunst in Bildern und Worten

  1. Ja, das Video ist wirklich sehenswert. Und Du hast Recht: Kaum hört man – wie in dem Video – jemanden Estnisch reden, ergreift einen spontan eine seltsame Sehnsucht, bald wieder in dieses liebenswerte kleine Land mit den unaufdringlichen, netten Menschen zu reisen. Und der großartigen Natur – natürlich!

  2. Hallo!

    Das ist jetzt zwar eine etwas merkwürdige Art der Kontakaufnahme, aber…. wärst du so lieb, Merit zu sagen, sie soll sich bitte mal bei Orava melden? :P
    Am besten schickt sie mir mal ihre Kontaktdaten über Foren-PN. Sie weiß schon, was gemeint ist.
    Danke! ;)

    Ich lese deinen Blog übrigens schon länger und sehr gerne, schön, mal so umfassend was über Estland zu lesen, über Skandinavien etc. gibt es ja doch tausende Blogs, aber Estland ist einfach in jeder Hinsicht was Besonderes!

    Liebe Grüße!

    1. Hallo!
      Das richte ich Merit aus. Sorry, dass das jetzt ein paar Tage gedauert hat, ich stecke noch mitten im Umzug. Ist aber kein Problem.
      Danke für das Lob! =)

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