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Es gibt diesen Blog jetzt seit ziemlich genau zwei Jahren und bis jetzt hatte er ziemlich genau 10.000 Besucher. Das ist nicht viel im Vergleich zu vielen  anderen Blogs in der großen weiten Blogosphäre (ein Neologismus, dessen estnische Entsprechung ich nicht kenne – vielleicht blogosfäär?). Aber für einen wenig professionell geführten Blog zu einem Nischenthema, der dazu nicht in der Weltsprache Englisch verfasst ist, finde ich das doch ganz ordentlich. Auf alle Fälle ist es deutlich mehr, als ich mir damals bei Erstellung des Blogs hätte erträumen können. Im Schnitt haben bisher immerhin etwa 417  Menschen pro Monat den Blog besucht. Um zu feiern, dass der Blog die 10.000-Besucher-Grenze geknackt hat, möchte ich mit diesem Post gerne zurückblicken auf die vergangenen zwei Jahre. Das wird weniger mit Estland zu tun haben, sondern vielmehr mit diversen Dingen, die ich den Statistiken zum Blog entnehmen kann.

Der bisher leserreichste Monat war direkt der erste, in dem dieser Blog so richtig in Betrieb war, also der August 2012 (eingerichtet hatte ich den Blog allerdings schon Ende Juli), und der Tag meines allerersten Posts ist bisher in Sachen Besucherzahlen noch nicht überboten worden. WordPress zeigt mir unter anderem an, aus welchen Ländern die Leute auf den Blog zugreifen. Ganz vorne liegen dabei – wenig erstaunlich – Deutschland (ca. 66 % der Besucher) und Estland (ca. 18 %), dahinter folgt Schweden (ca. 6 %). Aber der Blog hatte schon Besucher aus allen möglichen Ländern, die überraschendsten waren dabei für mich Brasilien, die USA, Australien, Kanada, Thailand, Irak, Nigeria, Israel, Hong Kong, Südafrika, Südkorea, Chile, Japan, Indien, Argentinien und Kenia. Verrückt. Da fragt man sich doch: wie kommen all diese Leute auf diesen Blog, für den ich nicht viel mehr Werbung mache, als die meisten neuen Posts über Facebook meinen Freunden und Bekannten vorzustellen?

Damit kommen wir schon zu meiner Lieblingskategorie aus der Blogstatistik: den „Search Engine Terms“, also den Begriffen, über die googelnde Menschen den Blog gefunden haben. Immerhin etwa 23 % der bisherigen Besucher haben über Suchmaschinen den Weg zu diesem Blog gefunden. Die meisten davon haben natürlich nach Dingen gesucht, die in irgendeiner Weise mit Estland oder Tartu zu tun haben, aber es waren auch schon einige wirklich kuriose und/oder befremdliche Suchterme dabei. Hier meine Favoriten (eventuelle Schreib- oder Grammatikfehler habe ich dabei bewusst übernommen, die Groß- und Kleinschreibung allerdings überall korrigiert) :

„Modelleisenbahn im Schrank“, „Pilze sammeln in Gummistiefeln“, „Sicherungskasten verschönern“, „Wie kriege ich mein Stromkasten auf?“, „Fisch auf leerem Magen“, „Toilettenhäuschen“, „Gibt es im Lidl saure Sahne zu kaufen?“, „Plakat mit Katzen zwischen Akten“, „Ich gehe mit meine Freundin schlittenfahren“, „Wo bekomme ich buchstabieren, um meine Ex zurück zu bekommen?“, „Mir reisen die Fingerkuppen“, „Hängende nackte Frauen“, „Ich suche die Stadt Laura in Estonia (Estland)“, „Lebende Statue fertigen“, „Wovon stammen Eisbären ab?“, „Abflusssysteme Wasserüberlauf Skizze Bad“, „Spongebob ich mach heute Party“, „Lied typisch Micky Mau“, „Ein spannendes Buch schenkte der Vater ihm zum Geburtstag Akku“, „Wohin mit verschnupften Taschentüchern?“, „Das ist der Schnee-Gehege-Song“, „Einkaufstasche in Wurstform“, „Ständig Geruch von frischem Brot in der Nase“, „Patrick Star nehmen die Stadt …“, „Er hat sich entschieden und seine Traumfrau ist T-Shirt“, „Nackte Models probirt Bett aus“, „Portugiese 20er Jahre“, „Traditionell Pfanne für Kartoffelpfannkuchen mit 2 Griffe“, „Kuchen im Ofen einkochen“, „Gestrickte Astronauten-Kindermützen“, „Seltsame Lichter am Himmel über Fellbach“, „Giraffe Flugzeugfenster“, „Schlittenfahren im Schnee unseren tollen Rehntieren tun schon den Beinen weh“, „Riesige künstliche Weihnachtsbäume“, „Dinge mit negativem Ruf Stuttgart“, „Milchtrinkende Jungs“, „Sonnenuntergang nicht professionell fotografiert“, „Möhren innendrin gelb“, „Hefe Hasen Gesichter“, „Mickey Mouse 1920 Comic schwarz weiss“, „Bonbons gehäkelt“.

Bei manchen dieser Suchterme habe ich tatsächlich mal ausprobiert, ob man damit wirklich meinen Blog findet, und festgestellt, dass man sich in vielen Fällen durch mehrere Seiten Suchergebnisse klicken muss, um irgendwann auf diesen Blog zu stoßen, wobei dann oft eigentlich schon aus dem kurzen Textausschnitt, den man angezeigt bekommt, hervorgeht, dass dieser Treffer nur sehr wenig mit der Suchanfrage zu tun hat. Man könnte allerdings ganz gut ein Ratespiel machen: ich nenne euch einen Suchbegriff und ihr sagt mir, welchen meiner bisherigen Posts man damit finden könnte. Ich selbst jedenfalls kann das in den meisten Fällen zuordnen. Einige Fragen bleiben aber offen: Was ist der „Schnee-Gehege-Song“ ? Wie soll Buchstabieren beim Zurückgewinnen der Ex helfen (ich vermute, dass hier mit Google-Übersetzer von Englisch nach Deutsch gearbeitet wurde und es um eine Art Liebeszauber – spell – gehen sollte)? Warum bemüht jemand das Internet anstatt seine benutzten Taschentücher einfach in den nächsten Mülleimer zu schmeißen? Deutet es auf eine schlimme Krankheit hin, wenn man ständig den Geruch von frischem Brot in der Nase hat? Schmecken gehäkelte Bonbons? Und wer läuft freiwillig mit einer Einkaufstasche in Wurstform rum?

Der meistgelesene Post bisher ist „Willkommen in der Fabrik!„, den übrigens nicht wenige Leser über Suchbegriffe wie „Dusche rustikal“ und ähnliches gefunden haben. Ansonsten waren bisher fast alle Posts, die Rezepte enthielten, ziemlich beliebt. Passend dazu ist ein Foto von einem Keks dasjenige Bild in diesem Blog, das bisher am häufigsten in Vergrößerung angeschaut wurde, aber auch eine Aufnahme des Tartuer Rathausplatzes war beliebt. Unter den Street-Art-Motiven wurde das zum Thema Nachtleben bisher am häufigsten in groß angeschaut. Die meistgeklickten Links zu Seiten außerhalb des Blogs waren der wundervolle Fotoblog von Remo Savisaar und – was mich sehr freut – mein eigener anderer Blog, handlungsfrei. Die meistaufgerufene Seite innerhalb des Blogs war „Fotos aus Estland„, die ich schon seit Langem mal verändern möchte, genau wie auch alle anderen Seiten. Mal sehen, wann das passiert. Das beliebteste von mir verlinkte Video war „Tartus näeme!„. Dabei muss man allerdings beachten, dass ich nur sehen kann, wie oft auf Video-Links geklickt wurde, die direkt in den Blog eingebetteten Videos hingegen werden in der Statistik nicht aufgeführt (schade eigentlich, ich hätte gerne gewusst, welcher Song der Woche am beliebtesten war). Ich kann leider auch nicht sehen, welcher Tag bisher der beliebteste war, aber da ich auch erst seit etwas mehr als einem Jahr überhaupt mit Tags arbeite, ist das wohl zu verschmerzen. Der am häufigsten kommentierte Post war der mit dem Titel „Igatsus„.

Soweit die Statistik bisher. Ich freue mich sehr über jeden einzelnen Besucher und darüber, dass auch mehr als anderthalb Jahre nach dem Ende meines Praktikums in Tartu noch so viele Leute Interesse an dem haben, was ich hier schreibe. Mein anderer Blog braucht wohl noch ein bisschen Zeit, um ebenfalls die 10.000-Besucher-Schwelle zu überschreiten, aber auch da gab es schon so einige kuriose Suchbegriffe. Solltet ihr also mal große Langeweile verspüren und mir eine Freude machen wollen, versucht doch mal, irgendeinen Post über einen amüsanten Suchterm zu finden … Vielleicht taucht ihr dann im 10.000-Besucher-Rückblick auf handlungsfrei auf. Und sollte das hier jemand lesen, der hinter einem der oben aufgeführten Suchterme steckt – ich hoffe, es nimmt mir niemand übel, dass ich mich ein bisschen lustig mache, ich bin einfach erstaunt darüber, was manche Leute so googeln und über welche zunächst abwegig erscheinenden Begriffe man auf diesen Blog stoßen kann. Kann mit meinem Studium zusammenhängen, in dem sinnvolles Recherchieren eine recht große Rolle spielt. Wer weiß, vielleicht ist ja die Person mit den „reisenden Fingerkuppen“ inzwischen zu einem Stammleser geworden. Wenn ja, würde mich das sehr freuen.

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