Täna on eriline päev – Heute ist ein besonderer Tag

Heute haben in Estland so gut wie alle frei. Denn heute ist Taasiseseisvumispäev, Tag der Wiedererlangung der Unabhängigkeit, einer der wichtigsten Tage im estnischen Kalender. Und welches Datum würde sich besser eignen, um endlich mal wieder einen neuen Post für diesen Blog zu verfassen? Richtig, keins, deshalb mache ich das auch genau heute.

Heute vor zwei Jahren: estnische Flaggen am Hauptgebäude der Universität Tartu und einigen anderen Gebäuden auf der Ülikooli, der Universitätsstraße
Heute vor zwei Jahren: estnische Flaggen am Hauptgebäude der Uni und einigen anderen Häusern auf der Ülikooli, der Universitätsstraße, in Tartu

Zur Feier des Tages gibt’s hier heute ein Rezept, ein bisschen Musik und das Versprechen, dass es schon sehr bald wieder einen Post geben wird. Es hat sich nämlich wieder einiges angesammelt in meinem Notizdokument für diesen Blog. Zunächst aber das Rezept für hommikupuder, typisch estnischen Frühstücksbrei. Es handelt sich dabei um einen Getreidebrei, den wohl jede estnische Familie auf ihre eigene Weise zubereitet. Es gibt unzählige Varianten, in süß und in salzig oder sonstwie gewürzt, und man isst ihn auch nicht nur zum Frühstück. Das Rezept, das folgt, ist einfach nur das für meine Art der Zubereitung. In Estland kaufe ich für den Brei immer neljaviljahelbed, also Vierkornflocken, in einer Packung mit etwas altmodischem Design. Dies ist eine Mischung aus 50 % Roggen-, 30 % Hafer-, und je 10 % Weizen- und Gerstenflocken. Ein ziemlich guter Ersatz für die Breizubereitung in Deutschland ist die „5-Korn-Flocken“-Mischung von dm Es schmeckt natürlich nicht genau so wie in Estland und es dauert auch ein wenig länger, aber wenn man sich nicht die Mühe machen will, die Flocken im oben angegebenen Verhältnis selbst zu mischen (oder aber das estnische Produkt zu importieren), ist die dm-Mischung auf jeden Fall empfehlenswert. Ich bereite den Brei fast ausschließlich mit Wasser zu, da er – zumindest mit dem deutschen Produkt – mir sonst zu schleimig wird.

Hommikupuder (für 2 Personen)

Zutaten:

  • 4,5 dl Wasser
  • 1 Prise Salz
  • 2 TL Zucker
  • 2,5 dl Getreideflocken
  • 1 Prise gemahlener Kardamom
  • 1 Schuss Vollmilch
  • Beerenmarmelade

Zubereitung:

  • Das Wasser mit Salz und Zucker zum Kochen bringen.
  • Getreideflocken mit dem Schneebesen einrühren.
  • Bei schwacher bis mittlerer Hitze unter Rühren quellen lassen.
  • Wenn das Ganze anfängt, die gewünschte Breikonsistenz anzunehmen, Kardamom und Milch unterrühren. Es empfiehlt sich wirklich, Vollmilch (oder gar Kondensmilch) zu nehmen, dann bekommt der Brei eine gewisse Cremigkeit, obwohl man ihn ansonsten nur mit Wasser zubereitet hat.
  •  Noch warm genießen, und zwar mit einem großen Klecks – am besten selbstgemachter – Beerenmarmelade. Am allerallerleckersten ist der Brei mit der Erdbeer-Heidelbeer-Marmelade von Merits estnischer Oma, aber an die kommt man in Deutschland leider noch viel schwieriger ran als an die Originalflocken …

Probiert es mal aus und schraubt ruhig hier und da an dem Rezept rum – schließlich muss wohl jeder seine Lieblingsvariante finden. Ich bin jedenfalls schon gespannt, wie man im hier bereits erwähnten Café „Jää-äär“ in Berlin puder serviert. Am 1. September ist es soweit, dann können Stephan und ich es endlich ausprobieren. Wir haben anderthalb Tage in Berlin, bevor wir nach Budapest fliegen, könnten also theoretisch gleich mehrere Mahlzeiten in dem Café einnehmen. Ich freu mich!

Kommen wir zur Musik. Ich will euch heute anlässlich des Feiertags zwei Songs vorstellen, die beide Modernes mit Traditionellem verbinden, allerdings auf sehr unterschiedliche Art und Weise. Den Rapper Metsakutsu hatte ich in meinem Post über die diesjährige Tallinn Music Week ja bereits vorgestellt. Von ihm gibt es einen Song namens „Ood Vabadusele“. Das bedeutet übersetzt „Ode an die Freiheit“ – wie wunderbar passend zum heutigen Feiertag! Zwar ist der Song nicht ganz neu, aber ich habe ihn erst vor Kurzem entdeckt und mir gleich vorgenommen, ihn zum Taasiseseisvumispäev hier zu posten. Wie bereits angedeutet, ist HipHop nicht gerade meine liebste Musikrichtung, aber die Kombination aus estnischem Rap und einem Kinderchor gefällt mir.

Der zweite Song ist von der Band Trad.Attack!, deren Name schon andeutet, dass sie traditionelle Elemente in ihrer Musik verwenden. Irgendwo im Internet las ich über die Band sinngemäß Folgendes (in meiner Übersetzung): „Trad.Attack! werden inspiriert sowohl von den Superstars ihrer eigenen Zeit als auch den estnischen Volkssängern und     -musikern.“ Das trifft es ziemlich gut. Allerdings habe ich mit „Kuukene“ (zu Deutsch etwa „Möndchen“) einen Song ausgewählt, der mit modernen Superstars so gut wie gar nichts zu tun hat – jedenfalls weniger als die anderen Songs, die ich von der Band kenne. Ich finde ihn sehr schön, vor allem in Kombination mit dem Video, das in einem estnischen Wald gedreht wurde, in dem Menschen und Beeren fliegen können. Die perfekte Musik, um an diesem besonderen Tag daran zu denken, was Estland für ein wunderbares Land ist. Als bräuchte ich dafür extra Musik und einen Feiertag …

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