Rückblick und Vorschau

Sowohl in Estland als auch hier neigt sich der Sommer langsam dem Ende zu. Mit diesem Post möchte ich sowohl zurück als auch nach vorne schauen (und außerdem auf ein paar Dinge zu sprechen kommen, die da nicht so recht reinpassen, die ich aber trotzdem noch hier unterbringen will). Zunächst einmal ein kleiner Sommer-Rückblick in Form eines Videos, das ich vor Kurzem entdeckt habe. Es ist von Jan Henrik Pärnik, dessen Fotoblog ich vor etwa zwei Monaten hier vorgestellt habe. Er hat einen YouTube-Kanal, auf dem es hauptsächlich um Sport geht. Aber er hat auch ein Video bei einer Mittsommerfeier im Dorf Rahinge (Landkreis Tartumaa) gedreht. Letztes Jahr hatte ich mal ein Video von einer estnischen Mittsommerfeier in London gepostet, jetzt folgen also ein paar bewegte Bilder von einem echten estnischen Fest. Auch wenn Mittsommer schon länger vorbei ist und das Video aus dem Jahr 2013 stammt, finde ich es sehenswert – und sei es nur aus Melancholie über den allmählich ausklingenden Sommer oder wegen der sehr passend gewählten Musik.

Die Zeit, die seit dem Sommer 2013 vergangen ist, mag dem einen oder anderen schon eeeeewig lang vorkommen (mir zum Beispiel, wenn ich bedenke, dass ich genau heute vor einem Jahr von der Island-Reise zurückgekommen bin), dieser Eindruck wird aber bestimmt verfliegen, wenn man sich das zweite Video ansieht, das ich heute vorstellen möchte. Denn diese Bilder sind mehr als 100 Jahre alt. Auch das Eesti Rahvusarhiiv, das Estnische Nationalarchiv, zu dem auch das Ajalooarhiiv gehört, in dem ich mein Praktikum gemacht habe, betreibt einen YouTube-Kanal. Auf diesem kann man eine Menge alter Filmaufnahmen aus Estland sehen. So zum Beispiel im folgenden Video, das die Stadt Tartu und Umgebung im Jahre 1912 zeigt. Es ist nur ein Beispiel für das, was das Rahvusarhiiv auf seinem Kanal so zeigt, klickt euch ruhig auch mal durch ein paar der anderen Videos. Die meisten sind aus Tallinn und bei manchen gibt es auch Ton (meistens ein estnischer Sprecher, der so langsam und deutlich spricht, dass man ihn auch mit geringen Estnischkenntnissen ganz gut verstehen kann).

Das war’s in Sachen Rückblick. Für die Vorschau auf den kommenden Herbst und Winter brauchen wir uns gedanklich gar nicht nach Estland zu begeben, sondern können in Deutschland, genauer in Leipzig, bleiben. Wie ich hier im Blog vor ein paar Monaten ja schon erwähnt habe, hat das hier ansässige MDR-Sinfonieorchester einen estnischen Chefdirigenten, Kristjan Järvi. Nun hat eben dieses Sinfonieorchester vor Kurzem das Konzertprogramm für die Spielzeit (heißt das bei Orchestern auch so?) 2014/2015 veröffentlicht. Das Programm steht unter dem Motto „Go North“ und das bedeutet: jede Menge Musik von nordeuropäischen, also auch estnischen, Komponisten. Natürlich sind Werke von Arvo Pärt dabei. Dieser ist neben dem Finnen Esa-Pekka Salonen einer der „Featured Composers“ in der Spielzeit. Außerdem sind unter anderem der Geiger Tiit Kikas, der Chormusik-Komponist Veljo Tormis und der Pianist Kristjan Randalu dabei. So wird man hier in Leipzig bald estnische Volks- und Tanzmusik sowie klassische Werke von estnischen Komponisten hören können. Außerdem beinhaltet das Programm auch Veranstaltungen mit Musik der isländischen Band Múm sowie von Sigur-Rós-Sänger Jónsi. Ein wirklich schönes Motto. Wer mehr wissen möchte, kann sich hier den Programmflyer herunterladen. Im September sollen noch genauere Infos folgen, dann werde ich auch entscheiden, ob ich zu einer der Veranstaltungen gehe (ich bin eigentlich nicht so ein großer Fan von klassischen Konzerten und sowas ist ja auch immer teuer, aber vor allem die Múm- und Jónsi-Sachen reizen mich dann doch).

Kommen wir zum Schluss nochmal auf moderne Musik zu sprechen. Neben der Tatsache, dass die lettische Band Carnival Youth im September nach Leipzig kommen wird, habe ich mich in letzter Zeit vor allem über die Entdeckung des Musikblogs „Sound and Beyond“ gefreut, der von zwei Esten betrieben wird. Sie posten Festival- und Albumreviews, Interviews, sehr sehenswerte Fotos und einiges mehr. Dabei geht es nicht ausschließlich um die estnische Musikszene, aber sie haben zum Beispiel im Vorfeld des diesjährigen Positivus-Festivals einige der dort auftretenden estnischen Künstler interviewt. Der ganze Blog ist auf Englisch geschrieben. Es lohnt sich wirklich, ab und an vorbeizuschauen (oder dem Blog über Bloglovin‘ zu folgen, was übrigens auch mit meinen eigenen Blogs möglich ist).

Gefreut habe ich mich auch, als ich vor ein paar Wochen ein Paket aus Estland bekam.

Briefmarken und Stempel der estnischen Post auf dem Paket
Briefmarken und Stempel der estnischen Post auf dem Paket

Das Paket enthielt ein Top der in diesem Blog bereits mindestens einmal erwähnten estnischen Band Slippery Slope. Diese hat gemeinsam mit den Leuten vom – hier ebenfalls schon vorgestellten – Tallinner Label Heavy Mental in aufwendiger Handarbeit ihre ersten Fanshirts bedruckt. Ich hatte sehr netten Facebook-Kontakt mit Madis, dem Bassisten, und er hat es persönlich in die Hand genommen, mir ein Exemplar nach Deutschland zu schicken. Und so sieht es aus:

Vorderansicht
Vorderansicht
Bandlogo auf der Rückseite
Bandlogo auf der Rückseite

Sehr coole Sache. Jetzt hoffe ich natürlich, dass es in Budapest, wo wir am Dienstag hinfliegen (juhuuu) nochmal so warm wird, dass ich das Top tragen kann. Und dass ich bald noch mehr Shirts von estnischen Bands in meinen Kleiderschrank einräumen kann. Zum Abschluss dieses Posts gibt es jetzt noch ein Video von Slippery Slope, die für den YouTube-Kanal des ebenfalls schon von mir vorgestellten Labels Swärk einen Song eingespielt haben – natürlich tragen sie dabei Hemden von Swärk. Auf dem Kanal sollen noch weitere sogenannte „Swärk Sessions“ folgen, es könnte sich also auch hier lohnen, immer mal vorbeizuschauen oder den Kanal zu abonnieren, falls man einen YouTube-Account hat.

Ich werde natürlich in Budapest die Augen nach estnischen Spuren offenhalten. Und es wird auf jeden Fall, spätestens Mitte September, einen Post über das estnische Café „Jää-äär“ in Berlin geben, das Stephan und ich am Montag besuchen. Außerdem habe ich mir fest vorgenommen, im September endlich die angekündigten Street-Art-Bilder aus Tallinn, Pärnu und Valga von Dezember 2013/Januar 2014 zu zeigen. Bis bald also!

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