Eksperiment

Heute habe ich mich mal an die Herstellung von kohukesed gewagt. Die leckeren kleinen Quarkriegel bekommt man in Estland ja in jedem Supermarkt in den verschiedensten Varianten, aber hier in Deutschland muss man sie schon selbst machen. Das Rezept habe ich aus dem estnischen Kochbuch rund um das Thema Milch und Milchprodukte, das ich aus dem letzten Estland-Urlaub mitgebracht habe. Ich habe es allerdings leicht abgewandelt. Das Ganze ist recht aufwendig und ohne zumindest ein bisschen Sauerei eigentlich nicht zu bewältigen. Aber ich denke, es lohnt sich. Um die Herstellung beim ersten Versuch nicht noch mehr zu verkomplizieren, habe ich eine einfache Variante ohne Fruchtfüllung, also nur mit Quarkmasse, gemacht. Hier nun also das Rezept mit einigen Hinweisen:

Kodused kohukesed (hausgemachte Quark“riegel“)

Zutaten:

  • 250 g Magerquark
  • 50 g sehr weiche, aber nicht flüssige, Butter
  • 40 g Zucker
  • 1 TL Vanillezucker
  • 200 g Zartbitter-Kuvertüre

Zubereitung:

  • Wenn man den handelsüblichen deutschen Magerquark verwendet, sollte man ihn abtropfen lassen, da kohupiim, das estnische Äquivalent, deutlich fester und das Rezept darauf ausgelegt ist. Zum Abtropfen gibt man den Quark am besten in ein Sieb, das man vorher mit einem sauberen, möglichst dünnen Geschirrhandtuch ausgelegt hat. Das Sieb stellt man in eine Schüssel oder ähnliches und lässt den Quark darin über Nacht im Kühlschrank stehen. Am nächsten Tag kann man ihn mit Hilfe des Tuchs noch etwas ausdrücken.
  • Danach verrührt man mit dem Handrührgerät (Rührhaken) Quark, Butter, Zucker und Vanillezucker, bis alles wirklich gut miteinander verbunden ist.
  • Dann gibt man die Quarkmasse auf ein Blatt Backpapier. Und zwar so, dass man sozusagen eine schmale Bahn von der Masse entlang der langen Seite des Blatts hat (ich kann das nicht gut erklären, deshalb hab ich es schnell aufgemalt, siehe Bild unten). Ich habe die Masse auf zwei Blätter Backpapier aufgeteilt, dann war es nicht so viel auf einmal. Jedenfalls rollt man das Papier dann von der langen Seite her auf. Epp Mihkels, die Autorin des Kochbuchs, schlägt vor, eine von diesen Sushi-Rollmatten zu verwenden, wenn man eine hat. Das konnte ich aber nicht testen.

Skizze

  • Die Rolle(n) legt man nun für eine Stunde ins Tiefkühlfach. Im Rezept steht nur eine halbe Stunde, ich habe aber im Nachhinein das Gefühl, dass vielleicht sogar zwei Stunden angebracht wären.
  • Kurz vor Ende der Kühlzeit lässt man die Schokolade unter gelegentlichem Rühren über dem Wasserbad schmelzen. 200 g Schokolade klingt erstmal viel, aber man braucht definitiv diese Menge, ganz einfach weil bei der weiteren Verarbeitung einiges an Schokolade im Grunde verschwendet wird (weil sie auf den Fingern oder sonstwo landet).
  • Dann nimmt man sich die Quarkmasse-Rolle(n) vor, „schneidet“ (das Wort passt nicht ganz, es ist mehr so ein Schmieren) immer ein bisschen davon ab und formt es mit den Fingern zu einer kleinen Wurst. Diese taucht man in die geschmolzene Schokolade ein. Man sollte darauf achten, dass die Quarkmasse von allen Seiten mit Schokolade bedeckt ist, damit man das fertige kohuke später gut anfassen kann. Aus der Schokolade fischen, das geht nach meiner Erfahrung am allerbesten einfach mit den Fingern, so kann die überschüssige Schokolade besser ablaufen als wenn man einen Löffel verwendet.
  • Die kohukesed auf etwas Alufolie ablegen und die Schokolade auskühlen lassen. Danach sollte man sie für ein paar Stunden in den Kühlschrank stellen, bevor man sie isst. Wie lange sie sich halten, kann ich nicht sagen.
  • Bei mir wurden 16 kleine kohukesed daraus, deren Form mit dem Original allerdings im Grunde nichts zu tun hat. Es sind eher kleine Häufchen. Dadurch, dass man beim Selbstmachen die Schokolade natürlich nicht so dünn auftragen kann wie in der industriellen Herstellung, erinnern mich die Dinger von der Konsistenz eher an die ungarischen Túró Rudi, die eine dickere Schokohülle haben als die estnischen Riegel.

DSCF6609

Ich weiß, das sieht nicht wahnsinnig appetitlich aus, aber die Dinger sind lecker. Sollte jemand von euch sich auch mal an dieses eksperiment wagen und dabei vielleicht eine wirklich gute Methode des Formens und Mit-Schokolade-Umhüllens entwickeln, würde ich mich freuen, davon zu hören. Man kann sich sicherlich auch noch so einige Variationen für die Füllung einfallen lassen. Für mich war es bestimmt nicht der letzte Versuch, die leckeren Riegel selbst herzustellen – trotzdem freue ich mich auf die nächste Estlandreise (die leider noch nicht feststeht), bei der ich nur in den nächsten Supermarkt gehen und zwischen 20 und 50 Cent ausgeben muss, wenn ich mal Lust auf ein kohuke habe …

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