Verschiedene Gründe zur Freude

Heute feiert Estland iseseisvuspäev, also Unabhängigkeitstag oder auch Eesti Vabariigi aastapäev, Jahrestag der Estnischen Republik. Im Gegensatz zum 20. August, an dem die Wiedererlangung der Unabhängigkeit im Jahre 1991 gefeiert wird, geht es am 24. Februar um die Unabhängigkeit von 1918 (siehe dazu auch mein Zeitstrahl zur estnischen Geschichte in diesem Post). Die Republik Estland wäre jetzt also eigentlich schon fast 100 Jahre alt, wären da nicht die deutsche und die sowjetische Okkupation dazwischen gekommen. Aber ich glaube, wenn überall im ganzen Land die blau-schwarz-weißen Fahnen im Wind flattern und gemeinsam gefeiert wird, dann fühlt es sich bestimmt so an, als sei Estland schon immer ein freies Land gewesen. Noch schöner wäre es natürlich, wenn es vorgestern geklappt hätte mit dem Oscar für „Mandariinid“. Es wäre der erste Oscar für einen estnischen Film überhaupt gewesen, aber daraus wurde leider nichts. Aber wer weiß, vielleicht ist Estland ja ab jetzt ein ständiger Vertreter unter den Nominierungen in der Kategorie „bester fremdsprachiger Film“.

Leider kann ich den heutigen Tag nicht in Estland verbringen. Dafür werde ich aber in drei Monaten dort sein, denn Ende Mai werden Stephan und ich für eine Woche in unser Lieblingsland fliegen. Von Berlin aus geht es mit Zwischenlandung in Vilnius (ich werde dieses Jahr also zum ersten Mal in meinem Leben litauischen Boden betreten, allerdings leider nur für ein paar Stunden) nach Tallinn, wo wir erst einmal eine Nacht in einem Hostel verbringen werden. Danach fahren wir nach Tartu und bleiben dort für drei Nächte, da wir gerne zum Indiefest gehen würden, einem Festival, über das ich hier schonmal schrieb. Leider steht das Lineup noch nicht fest, aber letztes Jahr war es ziemlich großartig, so dass wir wohl auf ein paar gute Bands hoffen können. Und selbst wenn uns das Lineup wider Erwarten nicht zusagen sollte – ein Aufenthalt in Tartu lohnt sich immer! Wir haben uns wieder ein Zimmer in dem Hostel gemietet, in dem wir schon während unserer Silvesterreise 2013/2014 übernachtet haben (allerdings heißt es jetzt anders, nämlich Academus-Hostel, und hat eine neue Internetseite). Nach der letzten Nacht dort geht es nach Haapsalu – natürlich mit Zwischenstopp in Pärnu, auch wenn das die Fahrt ein wenig verlängert, aber wir haben ja Urlaub und damit Zeit. Leider war im Hostel Tiiker, in dem wir uns beim letzten Mal so wohlgefühlt hatten, kein Zimmer mehr frei, aber auf Empfehlung von Kertu, die das Tiiker leitet, haben wir eine andere, ebenfalls sehr schön aussehende Unterkunft gefunden.

Der Grund, warum wir eine Nacht in Haapsalu oder irgendwo anders im estnischen Westen einlegen wollten, ist, dass wir am folgenden Tag gleich morgens mit der Fähre nach Saaremaa aufbrechen wollen. Auf der größten der über 1.000 estnischen Inseln war ich seit 1998 nicht mehr und Stephan noch gar nicht, aber dank der Hotelgutscheine, die ich gewonnen habe, können wir dieses Jahr eine Nacht in einem Spa-Hotel in der Inselhauptstadt Kuressaare verbringen. Der Besuch auf Saaremaa ist auch der Grund, warum wir uns für den Urlaub ein Auto mieten. Ich bin zwar inzwischen total daran gewöhnt, in Estland mit Bus und Zug zu reisen, aber es wäre schon schade, wenn wir von der Insel nicht mehr zu sehen kriegen würden als nur die fußläufige Umgebung des Hotels. Und wenn der Verkehr auf Saaremaa nur halb so entspannt ist wie er im Herbst 2012 auf Hiiumaa war, dann könnte das eine der seltenen Situationen werden, in der sogar ich Spaß am Autofahren habe … Abgesehen davon ist ein Auto natürlich auch sonst praktisch, vor allem für Ausflüge von Tartu aus. Und von Tallinn, denn da werden wir zum Schluss der Reise noch einmal zwei Nächte verbringen. Dieses Mal allerdings nicht im Hostel, sondern in dem Hotel, für das ich ebenfalls einen Gutschein gewonnen habe und das noch eine Ecke chicer wirkt als das in Kuressaare. Abgesehen von dem Besuch im Biit Me Record Store, auf den Stephan sich schon freut, seit er zum ersten Mal von der Existenz dieses Ladens gelesen hat, haben wir vor, von Tallinn aus mal ein bisschen in den Nordosten des Landes zu fahren, den Stephan ebenfalls noch nicht kennt und in dem ich auch schon lange nicht mehr war. Leider können wir die zweite Nacht im Hotel nicht mehr so richtig gut ausnutzen, da unser Rückflug – wieder über Vilnius – schon ziemlich früh abfliegt. Es wird also eine Woche voller aufregender Sachen, die sich bestimmt unglaublich kurz anfühlen wird, aber trotzdem kann ich es kaum abwarten, bis sie endlich losgeht. Vor allem, weil ich gerade extrem viel für mein Studium zu tun habe und diese anstrengende Semesterendphase so gar nicht enden will …

Wenn ich dann aber endlich durch bin mit den ganzen Hausarbeiten und Projekten, werde ich mir unter anderem dafür Zeit nehmen, mich durch das Lineup der diesjährigen Tallinn Music Week zu hören. Diese findet Ende März statt und hat wie jedes Jahr hauptsächlich estnische, aber auch einige internationale Bands und Künstler im Programm. Viele der estnischen Vertreter kenne ich schon, aber es sind auch eine ganze Reihe für mich neuer Namen dabei und ich bin schon gespannt, welche Perlen ich da wieder entdecken – und hier im Blog vorstellen – kann. Der Gewinner der Abstimmung über den besten Auftritt bei der Tallinn Music Week 2014, der Rapper Metsakutsu, ist in diesem Jahr auch wieder dabei. Ich bin mal gespannt, ob er seinen Titel verteidigen kann oder sich jemand anders durchsetzt. Ich bin zwar nach wie vor kein großer Fan von HipHop, aber ich muss sagen, auf Estnisch kann ich mir das ganz gut anhören, zumindest von Metsakutsu. Daher hier nun zum Abschluss dieses Posts sein neuer Song „Kristallid“.

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4 Gedanken zu “Verschiedene Gründe zur Freude

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