Mini-Roadtrip

So könnte man das nennen, was wir am nächsten Tag, dem Sonntag, gemacht haben. Nach einer kurzen Nacht (ihr erinnert euch, es war ja ESC) verließen wir Tartu und fuhren los in Richtung Viljandi. Im Gegensatz zum Samstag war das Wetter wieder richtig schön, die Sonne schien – und das sollte den ganzen Tag so bleiben. Dazu war es so warm, dass man zumindest teilweise im T-Shirt rumlaufen konnte. Bevor wir Viljandi erreichten, legten wir einen kleinen Zwischenstopp am Ufer des Võrtsjärv ein. Dieser ist der größte See, der sich komplett auf estnischem Staatsgebiet befindet – der Peipsi, an dessen Ufer wir am ersten Urlaubstag gehalten hatten, gehört zu etwas mehr als der Hälfte zu Russland. Der Emajõgi, der Fluss, der durch Tartu fließt, verbindet übrigens Võrtsjärv und Peipsi miteinander. An den Ufern beider Seen fällt es mir immer wieder schwer, im Hinterkopf zu behalten, dass ich gerade nicht auf das Meer gucke, so riesig kommen einem beide Gewässer vor. Auf Fahrten von Tartu nach Viljandi hatten wir bisher öfter mal einen Zwischenstopp in Valma eingelegt, wo es einen Campingplatz gibt. Dieses Mal sind wir an einer anderen Stelle von der Landstraße abgebogen, und zwar bei Rannu-Jõesuu. Dort gibt es ein Besucherzentrum und einen Aussichtsturm, beides noch relativ neu.

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Das Besucherzentrum. Was genau sich in dem Gebäude befindet, kann ich nicht sagen, denn es war zu.
Das Besucherzentrum. Was genau sich in dem Gebäude befindet, kann ich nicht sagen, denn es war zu.

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Auch hier steht ein gelber Rahmen
Auch hier steht ein gelber Rahmen

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Der Aussichtsturm. Innendrin findet man eine kleine Fotoausstellung zur Geschichte des Turms sowie Natur und Tiere der Region.
Der Aussichtsturm. Innendrin findet man eine kleine Fotoausstellung zur Geschichte des Turms sowie zu Natur und Tieren der Region.

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Blick vom Turm
Blick vom Turm

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Als wir uns von diesem schönen Anblick endlich losreißen konnten, setzten wir die Fahrt ins nicht mehr weit entfernte Viljandi fort. Die sechstgrößte Stadt des Landes gehört zu den vielen Orten, die inzwischen zum absoluten Standardrepertoire bei meinen Estland-Aufenthalten gehören. Es ist eben einfach immer schön, dort durch die kleinen Gassen mit den bunten Häusern zu laufen. Und die Burgruine inklusive Blick auf den Viljandi-See, der zwar nicht wie ein Meer, dafür aber umso mehr wie ein Fluss aussieht, wird auch nie langweilig.

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Statue des Schriftstellers, Publizisten und Pädagogen Carl Robert Jakobson, der jahrelang in Viljandi gewirkt hat. Er war übrigens früher auf dem 500-Kronen-Schein abgebildet.
Statue des Schriftstellers, Publizisten und Pädagogen Carl Robert Jakobson, der jahrelang in Viljandi gewirkt hat. Er war übrigens früher auf dem 500-Kronen-Schein abgebildet.

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Der Maler Johann Köler ging in Viljandi zur Schule.
Der Maler Johann Köler ging in Viljandi zur Schule.
Der Wasserturm von Viljandi.
Der Wasserturm von Viljandi.

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Das Museum für naive Kunst
Das Museum für naive Kunst

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Die Sängerbühne von Viljandi sieht erst seit Ende 2013 so aus. Bilder von der Eröffnungsfeier - im Schnee - kann man sich hier angucken.
Die Sängerbühne von Viljandi sieht erst seit Ende 2013 so aus. Bilder von der Eröffnungsfeier – im Schnee – kann man sich hier angucken.
In Viljandi befindet sich das Eesti Pärimusmuusika Keskus (estnisches Volksmusikzentrum). Im Park dort findet man große Holzversionen traditioneller Instrumente, hier eine kannel, eine Art Zither.
In Viljandi befindet sich das Eesti Pärimusmuusika Keskus (estnisches Volksmusikzentrum). Im Park dort findet man große Holzversionen traditioneller Instrumente, hier eine kannel, eine Art Zither.
Und hier ein Akkordeon.
Und hier ein lõõts, eine Art Akkordeon.
Links Burggraben, rechts ein Teil des modernen Gebäudes des Volksmusikzentrums
Links Burggraben, rechts ein Teil des modernen Gebäudes des Volksmusikzentrums

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Tor zum Gelände der ehemaligen Ordensburg
Tor zum Gelände der ehemaligen Ordensburg

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Blick auf den Viljandi-See (nicht -Fluss!)
Blick auf den Viljandi-See (nicht -Fluss!)
Ganz Estland war voll mit Löwenzahn, so wie hier.
Ganz Estland war Ende Mai voll mit Löwenzahn, so wie hier.

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Die Hängebrücke hinter der Burg. Als ich klein war, fand ich das estnische Wort für Hängebrücke - rippsild - ungemein lustig,
Die Hängebrücke hinter der Burg. Als ich klein war, fand ich das estnische Wort für Hängebrücke – rippsild – ungemein lustig.
Am Vabaduse plats (Freiheitsplatz)
Am Vabaduse plats (Freiheitsplatz)
Das recht neue Café Fellin, das ich hier schonmal erwähnt habe.
Das recht neue Café Fellin, das ich hier schonmal erwähnt habe.

Das Café Fellin haben wir dann nicht mehr ausprobiert, da wir nicht allzu viel Zeit hatten. Es sieht aber sehr einladend aus, und beim nächsten Besuch in Viljandi würde ich mich sehr gerne einmal dort hinsetzen.

Auf der Weiterfahrt in Richtung Pärnu überlegten wir noch, einen Zwischenstopp im Soomaa-Nationalpark einzulegen. Dieser Nationalpark – einer von fünf in Estland – ist für die sogenannte „fünfte Jahreszeit“ bekannt, eine Periode im Frühjahr, in der es zu starken Überschwemmungen kommt und man mit dem Ruderboot mitten durch den Park fahren kann. Da man auch außerhalb dieses Zeitraums die Wanderwege nicht immer nutzen kann und wir außerdem ein wenig unter Zeitdruck standen, begaben wir uns direkt und ohne weitere Abstecher nach Pärnu. Dort waren ziemlich viele Touristen unterwegs, mehr als ich zu dieser Jahreszeit erwartet hatte. Pärnu ist das ganze Jahr über ein beliebtes Ziel bei Finnen, aber auch deutsche, russische und amerikanische Stimmen hörte man in der Innenstadt und in Strandnähe. Die Stadt ist zwar nicht besonders groß, aber das Zentrum mit den Geschäften, dem Busbahnhof, der Touristeninformation und vielen Restaurants ist ziemlich weit vom Strand entfernt, so dass man einen nicht allzu kurzen Spaziergang durch die schönen, größtenteils von Bäumen gesäumten Straßen machen kann. Dabei wurde uns so richtig klar, dass wir Pärnu schon seit Jahren nicht mehr bei sommerlichem Wetter besucht hatten. Auch im Herbst und Winter hat mir die Stadt gut gefallen, aber sie trägt den Titel suvepealinn, Sommerhauptstadt, definitiv nicht umsonst.

In der Pärnuer Innenstadt
In der Pärnuer Innenstadt

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In einem Hinterhof gibt es einen kleinen Laden, in dem man Dekoartikel, Schmuck und andere schöne Dinge kaufen kann: das "Drei-Bären-Kaufhaus"
In einem Innenhof gibt es einen kleinen Laden, in dem man Dekoartikel, Schmuck und andere schöne Dinge kaufen kann: das „Drei-Bären-Kaufhaus“
Neben dem Laden kann man auch draußen sitzen und die Sonne genießen.
Neben dem Laden kann man auch draußen sitzen und die Sonne genießen.
An der Mauer im Hof "hängen" diese Kreidekunstwerke
An der Mauer im Hof „hängen“ diese Kreidekunstwerke

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Statue des baltendeutschen Goldschmieds und Juweliers Gustav Fabergé, der in Pärnu geboren wurde. Diese Statue steht erst seit Januar dieses Jahres.
Statue des baltendeutschen Goldschmieds und Juweliers Gustav Fabergé, der in Pärnu geboren wurde. Diese Statue steht erst seit Januar dieses Jahres.

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Eines von mehreren Spa-Hotels in Pärnu. Dieses hier ist für sein schönes Gebäude auch im Ausland bekannt.
Eines von mehreren Spa-Hotels in Pärnu. Dieses hier ist vor allem für sein schönes Gebäude bekannt.
Da hinten kann man schon den Strand erahnen.
Da hinten kann man schon den Strand erahnen.
Neues Hotel am Strand
Neues Hotel am Strand
Der Strand von Pärnu ist einfach immer schön, vor allem aber im Sonnenschein.
Der Strand von Pärnu ist einfach immer schön, vor allem aber im Sonnenschein.

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Zum Baden war es leider noch zu kalt, aber andere Wassersportarten erfreuen sich auch außerhalb der Sommersaison großer Beliebtheit.
Zum Baden war es leider noch zu kalt, aber andere Wassersportarten erfreuen sich auch außerhalb der Sommersaison großer Beliebtheit.

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Dieses Schild sollte eigentlich überall auf der Welt hängen.
Dieses Schild sollte eigentlich überall auf der Welt hängen.

Auch am Pärnuer Strand fiel es uns nicht gerade leicht, wieder zu gehen, und wir merkten richtig, wie kurz eine Woche doch ist. Da kann man eben nicht einfach sagen: Macht ja nichts, dann fahren wir eben demnächst nochmal hin. So gesehen waren wir schon fast froh, dass es zu kalt zum Baden war, denn sonst hätten wir uns wohl gar nicht dazu aufraffen können, in die Innenstadt und zum Auto zurückzulaufen und weiterzufahren. Unser Endziel an diesem Tag hieß Haapsalu. Somit kamen wir an diesem Tag in drei der schönsten und interessantesten Städte Estlands (vier sogar, wenn man Tartu noch mitzählt). Alles Städte, die ich zwar schon gut kenne, die ich aber immer wieder besuchen kann.

In Haapsalu hatten wir eigentlich im gleichen Hostel übernachten wollen wie beim letzten Mal, aber dort war leider kein Zimmer frei. Netterweise hatte uns die Inhaberin dieses Hostels per Mail einen Tipp für eine Alternative gegeben. Das Gästehaus, in dem wir jetzt übernachteten, ist schon fast ein Geheimtipp, denn wenn man nach Übernachtungsmöglichkeiten in Haapsalu googelt, findet man es nicht ohne Weiteres, und ich bezweifle, dass wir ohne diese Mail darauf gestoßen wären. Auch vor Ort ist es schwer zu finden, denn lediglich ein kleines Schild an der Haustür des eigentlich auffälligen, weil rosa angestrichenen Hauses, weist darauf hin. Es wird betrieben von Beguta, die im Erdgeschoss auch einen kleinen Blumenladen hat und, wie sie uns erzählte, bald ein Café eröffnen wird. Die fünf Zimmer im Gästehaus tragen Namen wie rõõm (Freude) und armastus (Liebe) und sind sehr schön eingerichtet. Wir hatten auch ein eigenes Bad, die Übernachtung kostete 20 Euro pro Person. Die Lage des Gästehauses ist perfekt, bis zur Bischofsburg sind es nur wenige Schritte. Über die weiter oben verlinkte Internetseite kann man übrigens auch vier günstige Gästewohnungen in Tallinn mieten. In Zukunft haben wir also die Qual der Wahl, wenn wir in Haapsalu übernachten wollen, denn sowohl das Hostel Tiiker als auch dieses Gästehaus haben uns sehr gut gefallen. Beides absolut empfehlenswert!

Die Katze folgte uns direkt in unser Zimmer und wollte gar nicht mehr weg.
Die Katze folgte uns direkt in unser Zimmer und wollte gar nicht mehr weg.

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Nachdem wir uns eingerichtet hatten, machten wir noch einen Spaziergang in der Stadt, an der Burg und am Wasser. Eigentlich wollten wir noch etwas essen gehen, aber es fand sich irgendwie kein ansprechendes Restaurant, das sonntags nach 20 Uhr noch offen hatte. So muss nun auch das „Hapsal Dietrich“, das ich sehr gerne ausprobiert hätte, auf einen Besuch von uns warten. Aber es ist doch immer schön, wenn man noch einen Grund mehr hat, um an einen Ort zurückzukehren. Nach einem Abendessen in Form von Brot, Joghurt und kohuke aus dem nächsten Supermarkt gingen wir recht früh schlafen, denn wir hatten uns vorgenommen, am Montag direkt morgens in Richtung Saaremaa aufzubrechen. Von unseren Erlebnissen auf der größten Insel Estlands (immer dieser Superlative!) berichte ich dann bald. Zum Abschluss noch ein paar Bilder vom Abendspaziergang durch Haapsalu.

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An der Burg
An der Burg

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Villa am Wasser
Villa am Wasser
Diese Katze saß regungslos und mit versteinerter Miene in einem Fenster. Ich fühlte mich an die "grumpy cat" erinnert.
In Haapsalu lebt die estnische Version der grumpy cat.

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Eine Schwanenfamilie
Noch mehr Vogelkinder – dieses Mal glücklich vereint mit Mutter und Geschwistern.

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Der Eisbär ist wieder an seinem Platz
Der Eisbär ist wieder an seinem Platz

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Kursaal und Sängerbühne
Kursaal und Sängerbühne
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